#2 Unterwegs in der Ukraine

Donnerstag, 2.09.2021 

 

An der Grenze angekommen stellen wir uns in der Schlange an und warten ab. Nach rund 15 Minuten geht’s los und wir stellen fest, dass die vier Fahrzeuge vor uns wohl nicht in die Kategorie PKW fallen. Wir hingegen schon und dürfen sofort zur Kontrolle vorfahren. Na gut, nicht ganz, denn oberhalb der Fahrspur hängt ein Schild mit einer Höhenbegrenzung von 2,7m. Mist! Und nu? 😳

 

Zu Fuß nähere ich mich dem ersten Grenzhäuschen und schildere kurz auf Englisch unsere Herausforderung. Die Grenzbeamten überlegen kurz und meinen, dass wir ganz am Rand fahren sollen, dann müsste es passen. Und es stimmt, über unseren 2,85m war sogar noch Luft. Wir geben unsere Dokumente ab, warten … warten … warten noch ein bisschen länger und haben wieder unser übliches Kennzeichen-Problem an einer EU Außengrenze. Vor zig Jahren wurde ein Kennzeichen mit derselben Buchstaben-Zahlen-Kombination wie bei uns gestohlen, allerdings kam das aus München, und seitdem fallen wir halt auf und brauchen an Grenzen länger als andere. 

 

Auf ukrainischer Seite sind wir baff erstaunt als der Grenzbeamte nach unserer CovPass-App fragt und unsere Impf-QR Codes mit seinem Pad scannt. Unsere Impfpässe waren gar nicht notwendig. Dazu zeigen wir unsere ukrainische COVID-Versicherung vor und natürlich die üblichen, anderen Dokumente.

 

Alles in allem sind wir in nur 70 min drüben, für eine EU-Außengrenze durchaus kurz. Willkommen in der Ukraine 🇺🇦😊

 

Grenzübergang (Przejście graniczne) Krościenko - Smolnica

Google Maps

 

 

Nach unserer unkomplizierten Einreise in die Ukraine besorgen wir uns erst einmal Bargeld und neue SIM Karten. Vorab hatten wir schon mal ukrainische Netzanbieter rausgesucht und fanden das Angebot von Lifecell ganz passend für uns.

Die erste SIM-Karte kaufen wir am ersten Laden, an dem wir das Lifecell-Logo außen sehen. Leider hat der Mini-Supermarkt mit Kopierer & Technikabteilung nur noch eine SIM-Karte mit dem ausgewählten Tarif. Für die Zweite fahren wir in die Stadt Sambir, dort befindet sich der nächste Lifecell-Shop auf unserer Route. Wir hatten uns übrigens vorab die Lifecell-Shops im Umkreis von der Grenze in unserer offline funktionierenden Navi App maps.me markiert. Ansonsten wäre das Finden des nächsten Shops nicht ganz so einfach gewesen. 

 

Wir fühlen uns auf jeden Fall pudelwohl wieder über holprige Straßen zu fahren!

 

SIM Karte von Lifecell 

Tarif: Free life (Webseite mit Tarifübersicht)

Datenvolumen: unlimited = 50 GB, danach dann reduzierte Geschwindigkeit

Preis: 240 UA (ca. 8 €)

Lifecell-Shop in Sambir: Google Maps 

Im Verlauf unserer Tour stellen wir übrigens fest, dass das Netz in dünn besiedelten Gebieten nicht wirklich gut ausgebaut ist. Ob das mit einem anderen Netzanbieter besser gewesen wäre, keine Ahnung. 

 

Unsere ersten Kilometer in der Ukraine 

 

Unser nächstes Ziel ist die Holzkirche St. Georges in Drohobych, die ebenfalls zum UNESCO Welterbe gehört und, im Unterschied zu den anderen Kirchen, ein Museum ist. Das besondere hier sind ebenfalls die Malereien im Inneren. Meine Museumsführerin kann bestimmt eigentlich ganz gut Deutsch, zumindest die Begrüßung und die kurze Einleitung zur Geschichte war gut verständlich. Ich hatte den Eindruck, dass ihr danach im Kreis der anderen Besucher irgendwie der Mut abhanden gegangen ist. Und ich kann das nur zu gut verstehen, alleine mit jemandem auf Russisch zu sprechen geht ganz gut, nur in größeren Gruppen fällt es mir auch schwer.

 

St. Georges Kirche in Drohobych (Церковь Святого Юра, Дрогобыч) 

Wikipedia 

Google Maps

 

 

Von hier aus fahren wir Richtung Lviv (Lemberg), was wir unbedingt besuchen wollen. Rund 30 Kilometer vor der Stadt biegen wir von der Landstraße nach links ab auf eine kleine Dorfstraße. Hier haben wir vorab bei unserer Recherche nach interessanten Übernachtungsplätzen einen Campingplatz bei einer Imkerei geben. Dann mal gucken, was uns vor Ort erwartet.

  

Wir biegen von der Zufahrtsstraße ins Dorf erneut links auf einen Feldweg ab. Dort steht ein Schild mit dem Logo der Imkerei Honey Blues, ein gutes Zeichen. Kurz drauf stehen wir auf einer Wiese und hier sind tatsächlich Hinweisschilder für einen Campingplatz. Dann mal gucken, wo hier jemand ist. Wir schauen uns ein wenig um, da kommt auch schon ein älterer Herr auf uns zu und freut sich uns zu sehen. Wir einigen uns schnell auf Russisch miteinander zu sprechen, wobei um uns den Platz zu zeigen braucht es eigentlich nicht viele Worte. Wir sollen den Feldweg ein Stückchen weiterfahren und durch das große Tor auf die nächste Wiese fahren. Er zeigt uns das WC-Häuschen, den Stromanschluss und meint, dass wir morgen bezahlen sollen. 

 

Wir stehen sehr schön auf einer großen, saftig-grünen Wiese, neben uns ein kleiner Apfelbaum. Am Rand des Platzes stehen weitere junge Obstbäume und dazu Weintrauben. Es gibt mehrere Picknick-Hütten und mittendrin ein Duschhaus mit einer erfrischenden „Honigdusche“ (= kaltes Wasser). Morgen früh werden wir feststellen, dass es in der großen Halle am Rand auch eine heißte Dusche gibt. 

 

Schau-Imkerei Медовый Блюз (Honey Blues)

Webseite

Google Maps 

Preis: 380 UAH (12€), mit Strom und 2x warmer Dusche 

 


Unterwegs nach Lwiw

Freitag, 3.09.2021

 

Wir haben hervorragend auf dem idyllischen Platz geschlafen. Dazu scheint auch heute wieder die Sonne, echt herrlich nach dem ganzen Regen in der letzten Woche. 

 

Nach dem Frühstück gucke ich mal an der Halle, ob da jemand ist zum Bezahlen und siehe da, hier gibt’s noch ne heiße Dusche. Klasse! Der ältere Herr von gestern Abend scheint im Feierabend zu sein, der jüngere heute früh ist zunächst erst zurückhaltend, als er dann feststellt, dass ich doch ein paar Wörter Russisch spreche, kommen wir dann doch leicht ins Gespräch. Sehr sympathisch hier.

 

Heute geht es für uns in die Großstadt Lwiw. Es sind zwar nur 30 Kilometer, aber unser Navi zeigt ein Stau nach dem anderen an. Na gut, dann wollen wir uns das doch mal vor Ort anschauen.

 

Auf dem Weg nach Lwiw

 

So schön eine Stadtbesichtigung im Schritttempo ist, so sind wir doch froh auf unserem geplanten Parkplatz ankommen. Der Parkplatzwächter begrüßt uns freundlich als „Camper“ und weist uns in die hintere Reihe. Hervorragend, Randplätze sind uns immer am liebsten. Der große Wachhund ist übrigens auch recht freundlich und dazu wirklich sehr alt, sodass wir uns keine Gedanken mit Vanja machen müssen. Wenn man die kleine Straße bergauf läuft, gibt es übrigens direkt einen kleinen Park, in dem man hier im Viertel wohl seinen Hund spazieren führt.

 

Parkplatz in Lwiw

Google Maps (es ist der rechte Parkplatz von den beiden hier)

Preis: 300 UAH (10€) für 24 Std.

 

 

Und los geht’s ab ins Stadtgewusel – Vanja lassen wir dafür übrigens erst mal im Womo, sie schläft eh gerne, es ist nicht ansatzweise heiß draußen und so können wir erst mal die Lage für einen Besuch mit Hund erkunden.

 

Wir sind erst einmal überrascht, wie voll es hier ist, irgendwie ungewohnt in der Corona-Pandemie. Übrigens gibt es hier auch eine Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Räumen, welche allerdings auf den ersten Eindruck nicht ganz so konsequent eingehalten wird. Wir laufen durch enge Gassen, freuen uns über die zahlreichen Restaurants mit ihren Stühlen auf den Terrassen vor der Tür. Dazu sind die Häuser hier im Zentrum alle hübsch saniert, da macht sich wohl das UNESCO Welterbe Sigel bemerkbar. 

 

Im Zentrum der Altstadt befindet sich das Rathaus, von dessen Turm man einen tollen Blick über die Stadt hat. So richtig offensichtlich ist es übrigens nicht, wie sich dieser besteigen lässt und so frage ich den Wachmann am Eingang. Einfach mit dem Aufzug in die vierte Etage fahren und von dort ist es dann ausgeschildert. Stimmt, war dann gar nicht so schwierig zu finden. Wer die zig Treppen dann nach oben läuft, wird mit einem tollen Ausblick über die Stadt belohnt. 

 

Während Jens es sich in einem der netten Lokale hier am Rathausplatz gemütlich macht, drehe ich noch eine Runde durch die engen Gassen, besuche mehrerer Kirchen, u. a. die armenische Kathedrale und später in einem Park ein paar Miniaturburgen, welche allerdings nicht im besten Zustand sind.

 

Rathaus von Lwiw

Google Maps 

Eintritt: 50 UAH (1,60 €)

 

Stadtrundgang durch Lwiw

Später drehen wir eine Runde mit Vanja und kehren dann zum Abendessen in einem Rippchen Restaurant ein. Dieses liegt vom Parkplatz aus direkt am Anfang der Altstadt und somit quasi um die Ecke. Wir bekommen einen Platz im Biergarten und sitzen nett direkt an der alten Stadtmauer. Ein bisschen Show gehört hier anscheinend auch zum Konzept. So wird unsere Rippchen taugliche Papiertischdecke von unserer sehr freundlichen Kellnerin bemalt und wir bekommen dazu noch große Papierlätzchen mit aufgemalten Brüsten. Ihr könnt euch vorstellen, dass sich gefühlt alle hier gegenseitig erst einmal fotografieren. Die Rippchen werden dann noch mit einem ordentlichen Beil vor uns zerlegt und schmecken echt köstlich. Selten haben wir so gute Rippchen gegessen! Der Tomaten-Salat, serviert im Pappbecher mit einem Piekser, war auch wirklich gut. Wer vielleicht bei nicht ganz so gutem Wetter hier ist, drinnen sieht es auch sehr urig aus. Alles in allem ein gelungener Abend.

 

Rippchen Restaurant „At Arsenal“ (Реберня "Під Арсеналом")

Google Maps 

Speisekarte

 


Unterwegs gen Süden

Samstag, 4.09.2021

 

Wir sind früh auf den Beinen und los geht’s erst mal eine Runde mit Vanja durch die Gassen. Kleines Manko an unserem Übernachtungsplatz ist übrigens die Autowasch-anlage welche sich hinter dem Parkplatz befindet. Dank der Hanglage ist sie immerhin eine „Etage“ tiefer, dennoch hört man sie ganz gut. 

 

Endlich wieder Kastenbrot – wie hab ich diese Brotform vermisst :-)

 

 

Zuerst geht’s heute ins Museum für Volksarchitektur von Lwiw. Dieses befindet sich im Westen der Stadt in einem Waldgebiet. Ähnlich wie im Freilichtmuseum von Sanok sind auch hier zahlreiche Bauernhäuser zu besichtigen, welche ihrer Herkunft gruppiert sind. In manchen Häusern sind Kunsthandwerker und zeigen ihre Handwerkskunst. Und so höre ich alten Musikinstrumenten zu, lasse mir die Herstellung von Bienenwachskerzen zeigen und das Bemalen von Eiern. Letzteres ist typisch für diese Region hier. Es gibt dazu sogar ein eigenes Museum im 200 Kilometer entfernten Kolomea. Die junge Künstlerin zeigt mir, wie man mit Wachs und sehr ruhiger Hand die ausgeblasenen Eier bemalt. Sie ist in Kolomea aufgewachsen, ihre Mutter hat im dortigen Museum gearbeitet und somit malt sie schon seit frühester Kindheit. Leider habe ich irgendwie verpasst Fotos zu machen, wer sich weiter interessiert, findet die Kontaktdaten von Galina in den Fotos.

 

Museum für Volksarchitektur in Lwiw 

Webseite

Google Maps

Eintritt: 70 UAH (2,30 €)

 

Jetzt geht’s raus aus der Stadt in den Süden. Unser nächstes Ziel ist die Schlossruine in Stare Selo. An der Zufahrt begrüßen uns zwei, aus unserer Sicht etwas zweifelhafte und sicherlich selbsternannte, Reiseführer. Der Jüngere von beiden in Military-Kleidung hat eine „offizielle“ Kelle in der Hand, mit der er uns den 100 Meter entfernten Parkplatz zeigt. Der Andere meint dann uns die Ruine zu zeigen, wobei wir leider keine gemeinsame Sprache finden, lediglich das Zeichen für Geld verstehen wir dann natürlich doch. 

 

Es sind mehr oder weniger nur noch die imposanten Außenmauern der Schlossanlage erhalten. Wenn man im Inneren auf der grünen Wiese steht, merkt man erst wie groß die Anlage einmal gewesen sein muss. Leider ist es aufgrund unserer Begleiter etwas unentspannt, so dass wir den Besuch schneller als geplant beenden. 

 

Wir folgen weiter der gut ausgebauten Landstraße bis zum alten Pyatychanski Wachturm, der besichtigt werden kann. Vom Abzweig von der Landstraße ist es vielleicht ein Kilometer arges Geholper bis zur Wiese am Türmchen. Im Inneren des Turms sind einige Exponate ausgestellt und von der steilen Treppe zum Turm hat man auch einen Ausblick auf die Landschaft ringsherum. 

 

Das Holpern zum Türmchen war übrigens schon mal ein Vorgeschmack für unsere weitere Route. Denn wir haben uns vorgenommen, auch mal abseits von der Hauptlandstraße zu fahren um ein wenig mehr vom Leben hier zu sehen. Wir kommen durch kleinere Dörfer und passen entweder auf Schlaglöcher oder auf querende Hühner auf. Wir überholen das ein oder andere Pferdefuhrwerk und kommen unterwegs an einer sehr hübschen, blaugestrichenen Holzkirche vorbei. 

 

Nördlich von Butschatsch besuchen wir in Rukomysh ein kleines Höhlenkloster. Neben der Höhle befinden sich hier zahlreiche Kapellen am Hang welche durch einen Fussweg miteinander verbunden sind. Eigentlich wollten wir in Butschatsch noch die Burgruine im Ort besuchen, aber irgendwie finden wir keine passende Zufahrt und verheddern uns in den zahlreichen kleinen Straßen. Dafür kommen wir am „Monument of the First Tractor“ vorbei. 

 

Schlossruine in Stare Selo

Google Maps

Eintritt: kostenlos bzw. freiwillige Spende an die beiden Reiseführer

 

Pyatychanski Wachturm

Infos bei Museen von Lwiw

Google Maps

Eintritt: 30 UAH (1 €)

 

Höhlenkloster (Печерний монастир) in Rukomysh

Infos bei Castles.com.ua

Google Maps

Eintritt: kostenlos 

 

Monument of the First Tractor

Google Maps

 

Irgendwie ist’s inzwischen schon später-später Nachmittag und jetzt brauchen wir dringend einen Übernachtungsplatz. Wir haben uns ja vorgenommen nicht im Dunkeln zu fahren. Bei Google Maps finden wir einen Eintrag für einen Campingplatz in rund 40 Kilometern, allerdings über eine weiße Straße. Ja dann, mal gucken wie lange wir bis dahin brauchen und ob wir da übernachten können. Zunächst geht’s wieder durch ein paar Dörfer, dann geht’s auf gutem Schotter weiter, dann auf einer ziemlich holprigen Piste. Lustigerweise führt die Straße genau durch einen schmalen Waldstreifen, sodass wir jetzt schon den Eindruck haben im Dunkeln zu fahren. Ist es aber natürlich noch nicht.

 

Im Dörfchen Luka angekommen folgen wir den Hinweisschildern zum „Weißen Bison“ Camping und sind dann auch schon da. Hier kann man eigentlich eine der vier hübschen, runden Hütten buchen oder mit dem Zelt übernachten. Wir dürfen aber auch bleiben und sollen uns einfach auf die geschotterte Fläche neben dem Aufenthaltsgebäude stellen. Wir haben Glück die anderen Gäste haben irgendwie nicht aufgegessen und so bekommen wir noch eine leckere Portion Kohlrouladen zum Abschluss. 

 

Der Platz liegt oberhalb des Dnistr, zu dem ein steiler Weg nach unten führt. Es gibt heiße Duschen, einen Grillplatz, einen erfrischenden Pool und eine Sauna. Und wer etwas aktiver sein möchte, kann hier auch Kanu- oder Rafting-Touren buchen (dafür sind wohl die anderen hier). 

 

Camping Білий Бізон / White Buffalo / Weißes Bison in Luka

Webseite

Google Maps

Preis: 200 UAH (6,5 €), ohne Strom (den hätte es bestimmt hier auch gegeben, brauchten wir aber gerade nicht)

 


Erholungstag im Grünen

Sonntag, 5.09.2021 

 

Nachdem sich der morgendliche Nebel verzogen hat, sehen wir erstmal wie hübsch es hier ist. Neben uns ist ein großes Blumenbett angelegt, die runden Hütten sind grün berankt und sehen sehr hübsch aus, weiter unten stehen einige Liegen am Pool, … sehr idyllisch hier. Da buchen wir doch glatt noch eine Nacht. 

 

Wir verbringen den Tag mit viel Nichtstun. Zwischendurch gehen wir einmal zum ca. 10 Minuten entfernten Minimarkt, in dem es gefühlt alles zu kaufen gibt. Ich teste ob das Wasser im Pool wirklich so kalt ist, wie es bei den Nachttemperaturen hier sein müsste (ja, ist es). Und zum Abschluss kochen wir dann Knödel aus Österreich, welche schon wirklich weit gereist sind mit uns und dazu eine Portion Sauerkraut aus Frankreich. Auch lecker, wobei wir die Kohlrouladen von gestern auch gerne nochmal genommen hätten. Irgendwie sind die anderen Gäste nach ihrer heutigen Kayak-/Raftingtour abgereist und somit bleibt die Küche heute wohl geschlossen und wir sind über Nacht dann auch alleine. 

 

Zum Weißen Bison Camping scheinen übrigens noch zwei weitere Plätze zu gehören. Einmal das Camp Weißer Elefant, welche weiter südlich in den Karpaten liegt. Vielleicht kommen wir da ja noch dran vorbei. Der andere Platz liegt deutlich weiter im Osten, wer auf dem Weg nach Odessa ist, könnte hier Station machen. Den merken wir uns auch mal für die Zukunft. Vielleicht finden wir dann ja auch heraus, warum dieser Platz grüne und nicht weiße Schildkröte heißt.

 

Camp Білий Слон / White Elephant / Weißer Elefant in Dzembronya

Webseite

Google Maps

 

Рафтинг-кемпінг Зелена черепаха / Rafting-Camping Green Turtle / Grüne Schildkröte in Myhiya

Webseite

Google Maps


Unterwegs zu den Festungen der Region

Montag, 6.09.2021

 

Heute früh ist der Nebel wirklich dicht hier, da drehen wir uns lieber noch einmal um und warten darauf, dass die Sonne ihn vertreibt. Dann geht’s los, einmal auf die andere Seite des Dnistr, wo wir wieder auf eine größere Landstraße kommen. 

 

Wir fahren ins rund 150 Kilometer entfernte Kamjanez-Podilskyj, auch Kamianets-Podilskyi geschrieben, denn dort wollen wir uns die Festungsanlage anschauen. Unser Navi zeigt an, dass wir unterwegs irgendwo Maut zahlen müssen. Ein wenig irritierend, da uns hier keine Mautstraßen bekannt sind, aber dann lassen wir uns mal überraschen. 

 

Unterwegs 

 

Und in der Tat stehen wir ca. einen Kilometer vor unserem Ziel tatsächlich vor einer Schranke und einem kleinen Mauthäuschen. Für den Straßenabschnitt an der Festung vorbei zahlen wir 10 UAH, was umgerechnet rund 30 Cent sind. Kurz drauf stehen wir auch schon vor der imposanten Festung, entscheiden aber nicht direkt davor zu Parken, sondern erst einmal noch ein Stückchen weiter zu fahren um zu gucken ob wir hier irgendwo übernachten können. 

 

Wir parken hinter dem Rathaus, stellen dabei allerdings fest, dass wir ein wenig zu lang sind für die eingezeichneten Parkplätze. Nicht ganz ideal, aber vielleicht fährt ja noch jemand von den Randplätzen weg. Wir laufen am Souvenirmarkt vorbei die Straße entlang zurück zur Festung. Überraschenderweise darf Vanja hier sogar mit rein und so können wir gemeinsam erst einmal im Burginnenhof Mittagessen. Wir nehmen eine Portion Schaschlik und einen Eintopf. Lecker! 

 

Während ich danach mir die Türme der Festung anschaue, lässt sich Vanja irgendwie von der Burgkatze ärgern. Anscheinend sind die Tische und Bänke hier ihr Revier. 

Von oben hat man übrigens einen tollen Ausblick und erkennt gut den Felsvorsprung auf dem die Festung liegt. Weiter unten windet sich der Fluss Smotrytsch durch das Tal. Wirklich sehr hübsch! Unten im Tal liegt übrigens auch noch eine kleine Holzkirche, aber irgendwie habe ich gerade keine Lust die zig Treppenstufen nach unten zu laufen. Außerdem brauchen wir ja auch noch Ziele um nochmal wieder hierhin zu fahren. Oben auf der anderen Seite der Schlossbrücke liegt noch ein Miniaturmuseum. In diesem sind Burgen der Ukraine im Miniformat ausgestellt und dazu zwei Bahnhöfe, welche von einem kleinen Zug angefahren werden.

 

Festung Kamianets-Podilskyi / Кам'янець-Подільська фортеця

Webseite

Google Maps

Eintritt: 60 UAH (2 €) 

 

Miniature Museum of Ukrainian Castles in Kamianets-Podilskyi

Webseite

Google Maps

Eintritt: 50 UAH (1,60 €) 

 

 

Wir entschließen uns doch nicht hier zu übernachten, sondern zur nächsten Festung nach Khotyn weiterzufahren. Es sind nur 30 Kilometer und da werden wir bestimmt auch einen Platz für die Nacht finden. Unterwegs machen wir aber erst einmal Station bei einem „Zoomagazin“, einem Geschäft für Tierbedarf. Wir brauchen dringend eine Bürste für Vanja, denn irgendwie hat sie beschlossen, dass jetzt die richtige Zeit für Fellwechsel ist. Grundsätzlich ja eine gute Idee wenn wir unterwegs sind, dann sammeln sich die Fellbüschel nicht in der Wohnung. Vanja sieht beim Fellwechsel allerdings immer sehr gerupft aus, sodass wir das mal mit einer Bürste unterstützen wollen. Später am Abend stellen wir allerdings fest, dass wir wohl eher eine Streichelbürste gekauft haben. Und noch später, also ein paar Tage später, finde ich bei der Suche nach dem Mückenschutzspray ihre richtige Bürste, die war wohl die ganze Zeit doch an Board dabei.

 

Einkauf im Zoomagazin

 

Als wir in Khotyn ankommen ist schon später Nachmittag, aber auf dem Parkplatz an der Burg stehen noch einige Fahrzeuge und auch einige der Souvenirbuden sind noch besetzt. Der Blick von oben auf die unten am Flussufer liegende Festung ist schon mal echt schick. Momentan wird die große Hängebrücke am Eingangstor saniert, sodass man einmal bergab nach unten laufen, einmal auf der Flussseite die Burg entlang zurück und dann etliche Treppenstufen wieder bergauf. Irgendwie habe ich es ja fast befürchtet, ich bin 5 Minuten zu spät. Also die ganze Strecke wieder zurück und morgen wieder kommen. Die Außenfassade wird übrigens gerade saniert und so hängen hier etliche Bauarbeiter an langen Seilen in schwindelerregender Höhe.  

 

Burg Khotyn / Хотинська фортеця

Webseite

Google Maps

Eintritt: 70 UAH (2,30 €)

 

Erster Eindruck von der Burg Khotyn

 

Und jetzt wird’s spannend. Wir haben bei Park4Night gelesen, dass sich ein paar Kilometer von hier, am Ende eines Wohngebiets, ein kleiner Campingplatz befinden soll. Der ist zwar noch im Aufbau, aber für den, der alles dabei hat, ist es wohl super. 

 

Wir folgen der sehr holprigen Stichstraße bis zum letzten Haus und stehen vor der Tür von „Ekoturyzm“. Es gibt zwar kein Schild, aber das Tor haben wir vorher auf Fotos gesehen. Dann mal gucken. Der große Hund vor dem ersten Haus ist angenehmerweise handzahm und lässt mich einmal über das Grundstück laufen. Irgendwie niemand da, aber hübsch ist’s hier. Ich rufe die bei Google Maps angegebene Telefonnummer an und kurz drauf kommt Vitaly mit zwei weiteren Hunden vom Fluss den Weg hoch. Klar, können wir bei ihm übernachten! Cool J Und so folgen wir Vitaly den Feldweg ein Stückchen bergab zum Dnistr und stehen auf einer saftig grünen Wiese. 

 

Vitaly erzählt uns von seinem Camping im Dendropark, den er hier auf seinem weitläufigen Grundstück anlegt. Seit Jahren pflanzt er hier Bäume, inzwischen sind es über tausend. Auf der Wiese hier kann man dann im Zelt oder in seinem Wohnmobil übernachten und die Atmosphäre genießen. Seit neuestem gibt es am Rand ein Biotoiletten-Häuschen und im kommenden Jahr plant Vitaly eine Aussichtsterrasse, von der man dann auf die Burg Khotyn blicken kann. Plattiert ist der Bereich schon und wir können es uns gut vorstellen hier zukünftig mit einem leckeren Kaffee den Sonnenaufgang über dem Dnistr zu genießen. 

 

Vitaly zeigt uns noch den zweiten Bereich seines zukünftigen Campings, ein Stückchen von der großen Wiese entfernt. Wir fahren durch ein kleines Törchen und stehen auf einem noch idyllischeren Platz als vorher. Vitaly hat hier Bruchsteinmauern angelegt, die so aussehen als ob sie hier schon immer gestanden haben. Und eine Wasserleitung hat er hierhin verlegt. Auch von hier kann man die Türme der nahegelegenen Burg durch die Bäume sehen, und der Platz ist so angelegt, dass man quasi für sich alleine hier ist. Idylle pur. Vor uns in der Tiefe der breite Dnistr, rechts die Burg und ringsherum überall kleine Bäume die darauf warten größer zu werden. Schon beeindruckend, wie Vitaly hier seine Vision seines Dendroparks verfolgt. 

 

Ekoturyzm – Camping im Dendropark

Google Maps

Preis: 300 UAH (10 €), inkl. Strom

Tel.: +380996276949 (auch Whatsapp, Viber), Vitaly spricht Russisch und ein wenig Englisch, bei Übernachtungswunsch besser vorher anrufen und nicht wie wir vor der Tür stehen :-)

 


Entlang des Dnistr

Dienstag, 7.09.2021

 

Wir haben herrlich hier auf unserem persönlichen Platz im Dendropark geschlafen und freuen uns über den schönen Sonnenaufgang auf der anderen Seite des Dnistr. Es ist wirklich ein besonderer Ort hier. 

 

Gestern Abend hat mir Vitaly noch erklärt, an welcher Stelle ich hier vom Platz querfeldein zur Burg laufen kann. Es sind vielleicht 300 Meter Luftlinie, allerdings dazu auch etliche Höhenmeter. Schnell sind die festen Schuhe an und ab geht’s über eine ziemlich unwegsame Wiese. Für den besten Ausblick auf die Burg muss man übrigens gar nicht bis nach unten klettern, den gibt es quasi schon ein paar Meter hinter den Büschen. Von dort rutsche ich mehr, als dass ich wirklich laufe, den Hang hinunter. Schon von relativ weit oben, höre ich dass die Handwerker für die Burgsanierung sich gerade zu ihrer Frühbesprechung sammeln. Und so wie ich die Truppe von oben höre, so hören bzw. sehen die mich auch von unten. Kurz drauf komme ich dann aus dem Gestrüpp, wünsche freundlich einen guten Morgen und mache mich auf den Weg zum Eingang der Burg.

 

In der Burg bin ich morgens um 9 Uhr ganz alleine, also abgesehen vom Ticketverkäufer am Eingang. In den Räumlichkeiten gibt es verschiedene Ausstellungen zu besuchen, die im Keller ausgestellten Folterinstrumente sind mir allerdings alleine irgendwie zu grausam sodass ich lieber wieder durch den Burginnenhof schlendere. Auch wenn es hier ganz nett ist, so finde ich den Anblick der Burg von außen deutlich interessanter. Eine wirklich imposante Festung am Ufer der Dnistr!

 

Auf dem Rückweg komme ich wieder bei den Handwerkern vom Hinweg vorbei. Irgendwie habe ich schon damit gerechnet, dass sie anderer Meinung sind was meinen Rückweg angeht. Es dauert ein wenig bis ich ihnen erklärt bekomme, dass ich wirklich den sehr steilen Hang querfeldein bergauf will und nicht irgendeine verwirrte Touristin bin. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann sind sie davon ausgegangen, dass ich vor meinem Besuch der Burg nur auf dem Hügel war um ein paar Fotos war und nicht, dass mein Wohnmobil nur wenige hundert Meter von hier steht. Wenn mir jemand so vor die Füße gestolpert wäre, dann hätte ich vermutlich Ähnliches gedacht. 

 

Bergauf ist es wirklich anstrengend und ich versuche einfach nur entlang der Büsche nach oben zu steigen, links von mir hohe Sträucher, rechts von mir eher Wiese bzw. Gestrüpp (auf einem Foto habe ich mal meinen Weg eingezeichnet). Kurz bevor ich oben auf dem Plateau ankomme, drehe ich mich noch einmal um und winke den Handwerkern, die gespannt von unten beobachten, wie ich versuche den steilen Hang hinauf zu kommen. 

 

 

Wir sammeln unsere Sachen zusammen und suchen Vitaly um uns zu verabschieden. Er zeigt uns noch seine Pension vor deren Tor wir bei unserer Ankunft geparkt haben. Wenn wir nicht mit unserem eigenen Bett unterwegs wären, würden wir hier auch gerne übernachten. Die Zimmer sind gemütlich eingerichtet. Wir wünschen Vitaly alles Gute für die Pläne und hoffen, dass wir irgendwann ihn einmal wieder besuchen können. Nächstes Jahr plant er ja den Aufbau seiner Aussichtsterrasse und eine Dusche soll es dann auch geben. Wir sind gespannt :-)

 

Unser heutiges Tagesziel ist das Halytsya Höhlenkloster, welches ebenfalls am Ufer des Dnistr liegt und der östlichste Punkt unserer Tour sein soll. Die Strecke führt allerdings nicht am Flussufer entlang, sondern im Hinterland entlang und mehr oder weniger immer schnurstracks geradeaus. Wir befinden uns dazu im Grenzgebiet zum Nachbarland Moldawien. Ein wenig liebäugeln wir ja mit einem spontanen Besuch nebenan, entscheiden uns dann aber doch dagegen. Hier in der Ukraine gibt’s noch genug zu entdecken. 

 

 

Die Strecke lässt sich wirklich gut fahren, alles in allem aber eher unspektakulär. Links und rechts der Straße liegen entweder Felder mit Sonnenblumen oder aber wir fahren durch Apfelplantagen. Die Bäume hängen voller saftig roter Äpfel. Das erinnert uns stark an unsere Reisen im Herbst nach Südtirol, außer dass hier keine Berge sind. Allerdings war uns nicht bewusst, dass hier so viele Apfelbäume wachsen. 

 

Ein Großteil der Landstraße ist in einem guten Zustand. Lediglich einzelne Abschnitte werden gerade saniert, da muss man dann aber schon mit Kanten im Asphalt rechnen. Die letzten fünf Kilometer zum Kloster sind geschottert, aber auch die sind in Ordnung. 

 

Eindrücke von unterwegs

 

Am Ende des Weges fahren wir auf eine große Wiese, am Rand sind Garagen bzw. Lagerhallen. Wir parken direkt neben dem kleinen blauen Traktor. Eine schmale Treppe führt bergab auf das Klostergelände. Dort steht übrigens ein dezentes Hinweisschild, dass ein Zutritt zum Gelände in Badekleidung, Shorts und bei Frauen ohne Kopftuch und Rock nicht erlaubt ist. Ich wüsste zwar nicht warum man hier in Badekleidung auftauchen sollte, aber wer weiß. Der Fluss Dnistr ist zwar wunderschön von hier oben zu sehen, aber doch ziemlich viele Höhenmeter weiter unten. 

 

Der Blick von hier oben über den Flusslauf ist wirklich toll. Der Dnistr ist hier aufgestaut und somit ungefähr einen Kilometer breit. Die Staumauer mit dem Wasserkraftwerk ist übrigens nur rund zehn Kilometer flussabwärts von hier entfernt. Irgendwie lese ich das allerdings erst, als ich hier unseren Reisebericht schreibe und wir leider nicht mehr vor Ort sind. Ansonsten hätten wir uns das sicherlich einmal angeschaut.

 

Das Kloster selbst ist natürlich auch ganz interessant, wobei man natürlich im Kopf haben sollte, dass es ein bewohntes Kloster ist und somit nur einige Bereiche zugänglich sind. Und im Nachhinein würden wir den Schlenker von 100 Kilometer hin und dieselbe Strecke wieder zurück auch nicht nochmal machen, so spannend war es dann doch nicht. Wer aber auf dem Weg weiter in den Osten ist und hier eh vorbeikommt, dann ist’s schon ein netter Abstecher. Und man kann vom Kloster auch noch nach unten bis ans Ufer laufen, da haben wir aber drauf verzichtet, da wir noch ein Stückchen wieder zurück-fahren wollten. 

 

Halytsya Höhlenkloster (Галицький печерський Свято-Миколаївський чоловічий монастир)

Wikipedia (RU)

Google Maps

 

Und so geht es die Landstraße wieder zurück, schnurstracks immer geradeaus Richtung Czernowitz. Auf halber Strecke zu unserem morgendlichen Startpunkt in Khotyn biegen wir rechts Richtung Fluss ab. Hier hatten wir auf dem Hinweg ein Hinweisschild auf eine „Tourbaza“ gesehen. Der Pfeil auf dem Foto weist nach links, da wir das auf’m Hinweg gemacht haben. Eine Tourbaza oder Baza otdycha ist zumindest in Russland meist ein Hüttencamping oder so etwas in der Art, und auf ukrainisch heißt es halt Baza vidpotschinku. Und der Name der Baza vidpotschinku "Canyon" klingt auch passend, da sich der Dnistr hier durch die Landschaft schlängelt. Mal gucken, was wir nach 14 Kilometern so entdecken werden. 

Die letzten drei Kilometer zum Fluss runter sind dann wirklich fies zu fahren, aber wir haben das Ziel ja vor Augen. Da unten am Ende der Schlaglochpiste muss ja irgendwo die Tourbaza Canyon auftauchen. Unterwegs stehen übrigens auch kleine hölzerne Hinweisschilder, was ja auch ein gutes Zeichen ist. Und siehe da, als wir den Fluss schon weiter unten sehen, beginnen erste Häuser und dann stehen wir auch tatsächlich am Flussufer und hier sind auch ein paar Gebäude. Dazu parken einige Fahrzeuge. Da wird ja wohl irgendwo jemand sein. 

 

Wir hören ein paar Stimmen und so laufe ich mal los. Ich komme nicht weit, denn wir wurden natürlich auch schon entdeckt. Und so kommt ein junger Typ auf uns zu und klar ist das hier ein Campingplatz auf dem man auch Hütten buchen kann (wie wir später feststellen, geht das einfach bei booking.com). Er zeigt uns die Einfahrt und wir sollen uns einfach auf die Wiese stellen. Cool! Ich bekomme noch die Toilette und die Dusche gezeigt, die sich direkt neben dem Holzhaus mit Restaurant-befinden. Die Saison ist schon vorbei, wir sind somit auch die einzigen Gäste und der Warmwasserboiler muss erst einmal aufheizen. Macht nichts, so eilig haben wir es nicht mit dem Duschen. Neben dem Restaurant befindet sich noch ein Spielplatz, links vor unserem Wohnmobil gibt es einen großen Sandkasten mit Holzliegen und am Steg im Fluss dümpeln gelbe Tretboote. Sehr hübsch hier! 

 

Wir haben dazu Glück, dass wir trotz der sehr überschaubaren Anzahl an Gästen, heute Abend hier im Restaurant etwas Essen gehen können. Wir nehmen die Speisekarte mit zum Womo und studieren diese erst einmal ausgiebig. Dank Foto-Übersetzungs-App ist das ja gar nicht mehr so schwierig und macht dazu auch noch Spaß mal in Ruhe zu gucken, was es hier so gibt. 

 

Die Zeit bis zum Abendessen vertreiben wir uns mit viel Nichts tun bzw. einfach den Platz genießen. Vanja lässt sich von den zahlreichen anderen Vierbeinern nicht wirklich aus der Ruhe bringen, die Katzen schleichen neugierig an ihr vorbei und dass wir plötzlich noch zwei weitere Hunde haben, wird einfach ignoriert. 

 

Unser Essen ist wirklich lecker. Wir hatten uns für Hähnchenbrust und Mititei und dazu einen griechischen Salat entschieden. Mititei sind übrigens Hackfleischröllchen und eines der Nationalgerichte aus dem benachbarten Rumänien. Später holen wir uns von der benachbarten Hütte einen Grill und Holz um ein kleines Lagerfeuer zu machen. Man kann auch Holz hier vor Ort kaufen, aber da die vorherigen Gäste von nebenan ihr restliches Holz dagelassen haben, sollen wir erst einmal das aufbrauchen und bei Bedarf an der Rezeption vorbeikommen. Schon in den letzten Tagen hatten wir festgestellt, dass es abends ja doch schon frisch wird. Der Herbst kommt! Mit einem kleinen Feuerchen vor den Knien und einer Decke über den Schultern Ist es aber sehr gemütlich hier draußen. 

 

Hüttencamping Canyon (База отдыха "Каньйон") in Hrushivtsi

Instagram 

Google Maps

Preis: 200 UAH (6,50 €), ohne Strom (brauchten wir nicht, hätte es aber bestimmt auch gegeben), super WIFI, sehr hilfreich da die Netzabdeckung von Lifecell hier unten am Fluss nicht wirklich gegeben ist

 

 


Erholungstag am Dnistr

Mittwoch, 8.09.2021

 

Wir stehen echt hübsch hier auf der grünen und die Kulisse am Fluss mit den gegenüberliegenden Klippen ist einfach toll. Da bleiben wir doch gerne noch eine Nacht an diesem idyllischen Fleckchen. 

 

Alles in allem hat unsere Tour durch die Ukraine bisher super geklappt. Zunächst einmal war die Einreise an dem kleinen, übersichtlichen Grenzübergang wirklich simpel. Danach hatten wir bisher wirklich nette Übernachtungsplätze. Wir stehen jetzt schon auf dem fünften Platz und alle würden wir auch nochmal für einen Aufenthalt auswählen. Angefangen beim Honey Blues Camping kurz vor Lwiw, der eine prima Lage hat, um entweder vor oder nach dem Stadtbesuch schön im Grünen zu übernachten. Der zentral gelegene, bewachte Parkplatz in Lwiw war auch klasse für die Stadtbesichtigung. Die dann folgenden Nächte haben wir jetzt immer direkt am Dnistr übernachtet, erst beim Weißen Bison, dann im Dendropark von Vitaly und nun hier am Dnistr-Canyon. Wirklich klasse.

 

Dazu haben wir echt Glück mit dem Wetter, seitdem wir in die Ukraine eingereist sind, scheint die Sonne. Wer hätte das nach dem regnerischen Einstieg gedacht :-)


Weiter geht's

Donnerstag, 9.09.2021

 

Heute wollen wir nach Czernowitz, die rund 100 Kilometer entfernte Großstadt. Wir verabschieden uns herzlich von diesem netten Platz mit seinem sympathischen Betreiberehepaar. Und los geht’s! 

 

Zuerst einmal müssen wir über die Holperpiste wieder zurück nach oben. Echt fies. Und so ruckeln wir im Schritttempo bergauf. Noch ein Blick zurück auf das hübsche Panorama (zumindest für den Beifahrer) und weiter geht es. Für die ersten drei Kilometer brauchen wir übrigens fast eine halbe Stunde ;-) Danach wird's besser!

 

Die Landstraße bis nach Czernowitz ist danach samtweich und führt uns geradeaus in die Großstadt. Uih, hier ist gut was los und vor allem haben wir hier wieder zahlreiche Einbahnstraße. Wir haben kein richtiges Ziel, fahren durch die Straßen und halten Ausschau nach einem Übernachtungsplatz. Irgendwie scheint es hier nicht so einfach zu sein bzw. wir finden nichts was uns gefällt. Parkplätze am Straßenrand gibt es natürlich genug. Wir verzetteln uns dann im Einbahnstraßengewusel, fahren noch kurz beim Wenden gegen eine Mauer – brauchen demnächst wohl eine neue Nebelschlussleuchte - und irgendwie ist die Stadt wohl einfach nicht unsere. Dazu ist uns eigentlich auch gar nicht nach einer Stadtbesichtigung. 

 

Also tanken wir noch einmal voll und machen uns auf den Weg zur rund 35 Kilometer entfernten Grenze nach Rumänien. Ich sammele schon mal unsere Papiere zusammen, gucke das erste Mal seit der Einreise in unsere Pässe und bekomme einen Riesenschreck. In meinem Reisepass fehlt der Einreisestempel in die Ukraine. Oh! Keine Ahnung wie so etwas passiert. Dazu frage ich mich noch warum ich diesmal, das erste Mal bei unseren Reisen, nicht sofort an der Grenze in die Pässe geguckt habe. Vermutlich waren wir so überrascht über unsere schnelle Einreise, dass dies irgendwie untergegangen ist. Danach wären aber ja auch noch ein paar Tage Zeit gewesen mal nen Blick in den eigenen Pass zu werfen …. Na ja, schauen wir mal wie die Grenzbeamten gleich auf meinen Pass reagieren!

 

Weiter geht’s im nächsten Teil unseres Reiseberichts JDie Landstraße bis nach Czernowitz ist danach samtweich und führt uns geradeaus in die Großstadt. Uih, hier ist gut was los und vor allem haben wir hier wieder zahlreiche Einbahnstraße. Wir haben kein richtiges Ziel, fahren durch die Straßen und halten Ausschau nach einem Übernachtungsplatz. Irgendwie scheint es hier nicht so einfach zu sein bzw. wir finden nichts was uns gefällt. Parkplätze am Straßenrand gibt es natürlich genug. Wir verzetteln uns dann im Einbahnstraßengewusel, fahren noch kurz beim Wenden gegen eine Mauer – brauchen demnächst wohl eine neue Nebelschlussleuchte - und irgendwie ist die Stadt wohl einfach nicht unsere. Dazu ist uns eigentlich auch gar nicht nach einer Stadtbesichtigung. 

 

Also tanken wir noch einmal voll und machen uns auf den Weg zur rund 35 Kilometer entfernten Grenze nach Rumänien. Ich sammele schon mal unsere Papiere zusammen, gucke das erste Mal seit der Einreise in unsere Pässe und bekomme einen Riesenschreck. In meinem Reisepass fehlt der Einreisestempel in die Ukraine. Oh! Keine Ahnung wie so etwas passiert. Dazu frage ich mich noch warum ich diesmal, das erste Mal bei unseren Reisen, nicht sofort an der Grenze in die Pässe geguckt habe. Vermutlich waren wir so überrascht über unsere schnelle Einreise, dass dies irgendwie untergegangen ist. Danach wären aber ja auch noch ein paar Tage Zeit gewesen mal nen Blick in den eigenen Pass zu werfen …. Na ja, schauen wir mal wie die Grenzbeamten gleich auf meinen Pass reagieren!

 

Weiter geht’s im nächsten Teil unseres Reiseberichts JDie Landstraße bis nach Czernowitz ist danach samtweich und führt uns geradeaus in die Großstadt. Uih, hier ist gut was los und vor allem haben wir hier wieder zahlreiche Einbahnstraße. Wir haben kein richtiges Ziel, fahren durch die Straßen und halten Ausschau nach einem Übernachtungsplatz. Irgendwie scheint es hier nicht so einfach zu sein bzw. wir finden nichts was uns gefällt. Parkplätze am Straßenrand gibt es natürlich genug. Wir verzetteln uns dann im Einbahnstraßengewusel, fahren noch kurz beim Wenden gegen eine Mauer – brauchen demnächst wohl eine neue Nebelschlussleuchte - und irgendwie ist die Stadt wohl einfach nicht unsere. Dazu ist uns eigentlich auch gar nicht nach einer Stadtbesichtigung. 

 

Also tanken wir noch einmal voll und machen uns auf den Weg zur rund 35 Kilometer entfernten Grenze nach Rumänien. Ich sammele schon mal unsere Papiere zusammen, gucke das erste Mal seit der Einreise in unsere Pässe und bekomme einen Riesenschreck. In meinem Reisepass fehlt der Einreisestempel in die Ukraine. Oh! Keine Ahnung wie so etwas passiert. Dazu frage ich mich noch warum ich diesmal, das erste Mal bei unseren Reisen, nicht sofort an der Grenze in die Pässe geguckt habe. Vermutlich waren wir so überrascht über unsere schnelle Einreise, dass dies irgendwie untergegangen ist. Danach wären aber ja auch noch ein paar Tage Zeit gewesen mal nen Blick in den eigenen Pass zu werfen …. Na ja, schauen wir mal wie die Grenzbeamten gleich auf meinen Pass reagieren!

 

Weiter geht’s im nächsten Teil unseres Reiseberichts :-)



Mit ♥ für euch geschrieben