Virtual tour 2020

#2 Auf nach Sankt Petersburg

Donnerstag, 17.04.2020

 

Nach der ersten Nacht auf russischem Boden, bei der wir hoffentlich gut in unserem Wohnmobil geschlafen haben, gucken wir uns noch ein wenig die Umgebung an.

 

Nördlich des Stadtzentrums liegt zum Beispiel der Landschaftspark Mon Repos (auf kyrillisch Парк Монрепо). Hier waren wir vor fünf Jahren und sind hübsch durch das frische Grün spazieren gegangen. 

 

Parkanlage Mon Repos

 

Von Vyborg aus zieht es uns mit unserem Wohnmobil irgendwie immer gen Süden. Sankt Petersburg, unsere Traumstadt des Nordens, liegt rund zwei Stunden Fahrtstrecke entfernt. Entweder ihr nehmt die nördliche und mit ca. 150 km etwas kürzere Landstraße, welche schnurstracks in die Großstadt führt oder aber die südliche, ca. 170 km lange Route, welche entlang des finnischen Meerbusens führt. 

 

Von Vyborg nach Sankt Petersburg

 

Wir haben meist Variante B genommen und haben zwischendurch noch Pause gemacht, bevor wir dann im Stadtverkehr von Sankt Petersburg angekommen sind. Oft hatten wir Glück und der Stau ging aus der Stadt raus und nicht rein. Aber manchmal läuft’s auch anders, also nicht wundern, wenn ihr nur recht langsam vorankommt.

 

Eine Stunde für 14 km ...

 

Und wenn ihr gar nicht nach Sankt Petersburg möchtet, da ihr lieber direkt Richtung Norden zum Ladoga See und weiter zum Onega See abbiegen wollt oder auf direktem Weg gen Süden nach Moskau fahren wollt, dann nehmt einfach die Ringautobahn KAD, auf kyrillisch КАД geschrieben (Abkürzung Кольцевая Автомобильная Дорога bzw. Kolzewaja Awtomobilnaja Doroga). Die mit der Nummer A 118 gekennzeichnete Autobahn führt einmal im großen Bogen um Sankt Petersburg herum.

 

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/KAD_(Sankt_Petersburg)

 

KAD von Sankt Petersburg

 

In Sankt Petersburg angekommen stellt sich als Erstes immer die Frage, wo wollen wir mit unserem Wohnmobil übernachten. Das Gute hier in der Stadt ist, dass es direkt mehrere Übernachtungsplätze für Wohnmobile gibt. Inwiefern diese auch nach Corona-Zeiten alle noch existieren, wird sich sicherlich zeigen. 

 

Insofern hier einfach nur mal ein paar Fotos von unseren unterschiedlichen Über-nachtungsplätzen in der Stadt.

Über Nacht im Venedig des Nordens


Virtual tour 2020 - Eine Woche in Sankt Petersburg

Freitag, 18.04.2020

 

In Sankt Petersburg könnten wir sicherlich eine gute Woche oder auch länger verbringen, ohne das uns langweilig werden würde. Es gibt für alle Interessenslagen irgendwelche Museen, dazu zig Kirchen, viele Parks und dazu natürlich unzählige Restaurants.

Hier mal unsere Highlights der letzten Jahre.

 

 

 

Neben der zugefrorenen Newa und den sehr unterschiedlichen Lebensumständen ist mir die Blutskirche als markante Erinnerung an meinen Schüleraustausch 1995 geblieben. Somit gehört irgendwie jedes Jahr einmal ein Besuch der wirklich sehr bunten Kirche dazu. Von Innen auch ganz interessant, aber viel schöner ist sie von außen. Sie liegt direkt an einem Kanal, sodass man von dort auch direkt eine Bootsfahrt auf die Newa unternehmen kann.

 

Besuch der Blutskirche (2014)

 

Sowohl das Smolny Kloster als auch von der Sankt Isaaks Kathedrale lässt sich super die Aussicht über die Stadt genießen. Und wie die Meisten von euch inzwischen wissen, gehören alle Kirchtürme und allerlei andere Aussichtstürme eindeutig zu unseren Lieblingszielen. Es ist einfach toll von oben über eine Stadt oder Landschaft gucken zu können. 

 

Besuch des Smolny Klosters (2015) 

 

Die Sankt Isaaks Kathedrale war ein deutlich größerer Besuchsmagnet und so hieß es hier erst einmal Schlange stehen um eine Eintrittskarte zu bekommen. Dazu liegt die Kathedrale auch deutlich zentraler als das Smolny Kloster und somit kommen hier wohl auch einfach deutlich mehr Touristen vorbei. Besonders spannend war für mich persönlich der Vergleich der Aussicht über zwanzig Jahre später. Eindeutig mehr Reisebusse da unten.

 

Besuch der Sankt Isaaks Kathedrale (2018)

 

Ein weiteres, interessantes Gebetshaus ist die Sankt Petersburger Moschee. Wer somit nicht bis zur Seidenstraße fahren möchte, der kann sich hier die hübschen blauen Kacheln anschauen.


 

Wir sind nicht so ganz die großen klassischen Kunstliebhaber und so war mein letzter und bis dato mein einziger Besuch der Ermitage auf meinem Schüleraustausch Mitte der 90er Jahre. Es gibt aber genug andere Museen hier in der Stadt, wovon wir euch hier mal folgende Drei vorschlagen wollen. 

 

 

 

Im Automatenmuseum (Museum of Soviet Arcade Machines) gibt es allerlei alte Spielautomaten nicht nur zum Angucken, sondern vor allem um selbst daran zu spielen. Wir haben die Meisten nicht wirklich verstanden aber Spaß gemacht hat es auf jeden Fall. Das Museum liegt in einem Innenhof unweit der Blutskirche, sodass sich beides prima verbinden lässt.

Webseite: http://www.15kop.ru

 

Besuch des Automatenmuseums (2015)

 

Ansonsten gefallen uns immer Spezialmuseen rings um Fahrzeuge. Angefangen von Autos über Flugzeuge bis zu Eisenbahnen. Auf der Wassilijewski Insel befindet sich das Straßenbahnmuseum bzw. das Museum des städtischen elektrischen Transportwesens (Muzey Gorodskogo Elektricheskogo Transporta). Hier gibt es allerlei alte Straßenbahnen und Trolleybusse zu besichtigen und dazu kann man auch noch eine Rundfahrt mit einem der alten Gefährte einmal über das Gelände buchen. Herrlich quietschend geht’s mehrmals rings ums Depot. Stilechte Anreise ist natürlich mit der Straßenbahn.

Webseite: http://getmuseum.ru

 

Besuch des Straßenbahnmuseums (2019)

 

Im Süden der Stadt liegt das Miniaturmuseum (Grand Maket Museum) von Sankt Petersburg. Hier sind alle möglichen Sehenswürdigkeiten von ganz Russland im Miniaturformat ausgestellt. 

Webseite: https://grandmaket.ru

 

Fotos vom Miniaturmuseum (2018)


 

Zwischen dem Besuch der vielen schönen Gebäuden lässt es sich in Sankt Petersburg vor allem hervorragend „spazieren gehen“, nicht nur zu Fuß, sondern vor allem auch vom Wasser aus ist es toll sich die Stadt anzugucken. 

Die Newa ist einfach beeindruckend breit. Mal eben auf die andere Flussseite laufen, kann schon ein wenig dauern. Und wer die Stadt vom Wasser aus sich angucken möchte, bucht einfach eine Tour mit dem Ausflugsboot. Es gibt zig Anbieter von Bootsfahrten hier in der Stadt und somit auch zig unterschiedliche Routen. Langweilig wird es da sicherlich nicht. 

 

Bootsfahrt auf der Newa (2014)

 

Vor zwei Jahren haben wir dann noch einen Bootsausflug zu einem alten Fort gemacht. Sascha haben wir vor ein paar Jahren in Sankt Petersburg kennengelernt, als er einen Komplettausfall unserer Bordelektrik repariert hat. Inzwischen hat er einen kleinen Wohnmobilstellplatz aufgebaut und arbeitet daran, das alte Fort Milutin für den Tourismus zugänglich zu machen. 

 

Webseite: https://fortmilutin.com

 

Bootsfahrt zum Fort Milutin (2018)

 

Immer wieder schön sind auch die zahlreichen Skulpturen, welche sich am Wegesrand in der Stadt befinden. Dazu gibt es auch noch mehrere Skulpturenparks. Unter anderem einen im Innenhof der Philologischen Fakultät, in dem moderne Skulpturen ausgestellt sind und einen im Aleksandrovksij Park in dem Miniaturen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Sankt Petersburg zu sehen sind. Ansonsten gibt es gefühlt an jeder Straßenecke ebenfalls Skulpturen, übrigens nicht nur in Sankt Petersburg sondern auch in eigentlich allen anderen Städten, die wir in Russland besucht haben. Hier sind es insbesondere Katzen, denen allerlei Skulpturen gewidmet sind.

 

Skulpturengarten im Innenhof der Philologischen Fakultät (2018), Miniaturen Ausstellung im Aleksandrovksij Park (2019) und diverse andere Skulpturen

 

Ein besonderes Highlight der Stadt sind sicherlich die zahlreichen Brücken über die Newa. Dazu ist es ein nächtliches Spektakel, wenn sich diese für den Schiffsverkehr öffnen. Leider ist dies wirklich recht spät in der Nacht und somit nicht unbedingt so unsere Uhrzeit. Die Brückenöffnung startet so ab 1 Uhr nachts und unterscheidet sich zwischen den verschiedenen Brücken. Aber einmal haben wir es doch geschafft, dank eines Parkplatzes direkt an der Newa und eines Weckers. Wer nachts fitter ist als wir kann natürlich auch eine nächtliche Bootsfahrt unternehmen und sich das Spektakel vom Wasser aus angucken.

 

Suche bei google: график мостов спб (übersetzt "Grafik Brücken SPB" = Sankt Petersburg)

Offizielle Webseite zu den Brücken: https://mostotrest-spb.ru (russisch)

Es gibt auch eine App fürs Smartphone. Leider ist diese ebenfalls nur auf Russisch.

 

Brückenöffnung in Sankt Petersburg (2016)

 

Ein ganz besonderes Erlebnis war noch mein Matroschka-Malkurs, den ich vor ein paar Jahren hier in Sankt Petersburg gebucht hatte. Meine Lehrerin war zwar ein wenig irritiert, dass ich kaum die Sprache spreche aber so haben wir deutlich mehr gemalt als geredet. Und das war sehr herzlich.

 

Seitdem reist immer eine „natürliche“ Matroschka mit nach Hause und wartet darauf bemalt zu werden. 

 

Unsere Matroschka Sammlung Zuhause


Ausflugsziele in der Region von Sankt Petersburg

Auch außerhalb von Sankt Petersburg gibt es zahlreiche Attraktionen zu besichtigen. Und deshalb finden wir es ja immer so schön mit dem eigenen Wohnmobil unterwegs zu sein, sodass wir flexibel sind. 

 

Wir haben euch mal fünf Ausflugsziele im Umkreis von 50 Kilometern rausgesucht, wobei der Katharinenpalast in Puschkin und die Schlossanlage Peterhof sicherlich zu den Klassikern schlechthin in der Region zählen. 

 

 

Die Festung Oreschek in Schlisselburg liegt direkt an der Mündung der Newa am Ladoga See und das kleine Boot schaukelt bei der Überfahrt ganz ordentlich. Wir hatten Glück und das Wetter war klasse und der Spaziergang durch das alte Gemäuer sehr nett. Vermutlich hätten wir hier am Fähranleger auch auf dem Parkplatz übernachten können, aber wir hatten eine Verabredung in Petersburg am nächsten Tag und so sind wir lieber schon mal rübergefahren. 

 

Festung Oreschek in Schlisselburg (2016)

 

Im Süden von Sankt Petersburg liegt im kleinen Örtchen Puschkin der beeindruckende Katharinenpalast mit seinem Bernsteinzimmer. Wir haben bei unserem Besuch auf einem nahegelegenen bewachten Parkplatz übernachtet, allerdings lässt sich auch gut zurück in die Stadt fahren. Neben dem Palast mit seinem Bernsteinzimmer gibt es in einem Nebengebäude noch das Achatzimmer zu besichtigen oder durch die große Gartenanlage spazieren gehen. Hier lässt sich sicherlich ein Tag gut verbringen.

 

Besuch des Katharinenpalasts in Puschkin (2016)

 

Nicht weit von Puschkin liegt noch der Palast von Gattschina, ein im 18. Jahrhundert erbautes Herrenhaus, ebenfalls mit einer großen Parkanlage ringsherum. Als wir dort waren, hatte das Museum allerdings geschlossen. 

 

Besuch des Palasts in Gattschina (2016)

 

Weiter geht’s auf unserer Rundfahrt um Sankt Petersburg. Ein Jahr zuvor haben wir uns die Palastanlage von Peterhof angeschaut. Berühmt ist diese für ihre Fontänen in der Parkanlage, welche allerdings im Winter abgestellt sind und erst Mitte Mai wieder in Betrieb genommen werden. Von der Stadt aus kann man auch eine Bootstour hierhin unternehmen, was bei gutem Wetter sicherlich sehr schön ist. Wir haben auf dem nahegelegenen Stellplatz von CampTom übernachtet, den Platz scheint es aber schon ein paar Jahre nicht mehr zu geben. Sicherlich lässt sich aber auch einfach auf einem der zahlreichen Parkplätze vor Ort übernachten.

 

Besuch in Peterhof (2015)

 

Wer nicht auf direktem Weg zurück in die Stadt fahren möchte, kann weiter über die Ringautobahn auf die Insel Kotlin ins dort gelegene Kronstadt fahren. Dort befindet sich der Marine Dom (Nikolai-Marinekathedrale), der nicht nur das zweitgrößte sakrale Gebäude Russlands ist, sondern seit einigen Jahren auch zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Imposant ist er auf jeden Fall.

 

Besuch des Marine Doms in Kronstadt (2013)



Und wenn euch dies neugierig gemacht hat und ihr wissen wollt, was wir so in Echt unterwegs erlebt haben, dann stöbert einfach in unseren Reiseberichten der letzten Jahre.


Mit ♥ für euch geschrieben