Allerlei Papierkram

Einreise für Mensch nach Russland

Für Reisende, die sich viel in Europa aufhalten, ist es zunächst einmal ungewöhnlich sich ein Visum be-sorgen zu müssen.

 

Das Wichtigste ist, dass ihr einen gültigen Reisepass habt. Dieser muss noch mindestens sechs Monate über das Ausreisedatum hinaus gültig sein.

 

Für die Beantragung des Visums wird der Nachweis einer Auslandskrankenver-sicherung benötigt. Diese erhaltet ihr bei eurer Krankenversicherung.

 

Des Weiteren wird noch eine Einladung (Reisebestätigung) benötigt, welche man sich entweder bei einer Hotelbuchung (extra Dokument, nicht nur die Bestätigung der Hotelbuchung) oder alternativ über eine Visaagentur besorgen kann.

 

Als weiteres Dokument wird eine Garantie der Rückkehrwilligkeit nach Deutschland benötigt. Diese kann man entweder durch einen Einkommensnachweis belegen, bei Selbstständigen durch einen Nachweis der Registrierung der eigenen Firma und wohl auch durch den Nachweis von Wohneigentum usw. Falls man die nicht hat, kann man abhängig von der Agentur auch eine Versicherung abschließen, die dann die Rückkehrwilligkeit bestätigt.

 

Die Meisten werden vermutlich ein Touristenvisum beantragen, welches maximal 30 Tage gültig ist. Je nach Reiseroute ist zu überlegen, ob eine einmalige oder zweimalige Einreise nach Russland benötigt wird. Sollte zusätzlich auf der Hin- oder Rückreise noch ein Abstecher nach Kaliningrad geplant sein, ist auf jeden Fall eine zweimalige Einreise zu beantragen.

 

Wer ein wenig mehr Zeit in in Russland verbringen möchte und glücklicherweise auch die Zeit dafür hat, kann auch ein längeres Visum beantragen. Typischerweise handelt es sich dann um ein Businessvisum bzw. Geschäftsvisum, mit dem wir auf unseren langen Touren unterwegs haben. Dieses ist dann z. B. ein Jahr gültig, wobei die Aufenthaltsdauer in Russland dann maximal 180 Tage betragen darf und typischerweise direkt eine mehrfache Ein- und Ausreise möglich ist.

 

Das  Visum könnt ihr entweder selbst z. B. beim Russischen Visazentrum in Berlin bean-tragen oder ihr beauftragt eine Visaagentur damit. Wir fanden letzteres immer am einfachsten. Allerdings wohnen wir auch relativ weit weg von Berlin, sonst würden wir es vielleicht auch mal selbst versuchen.

 

Ein Touristenvisum mit einmaliger Einreise kostete 2018 z. B. über König Tours 85 Euro und das 1-Jahres Geschäftsvisum 275 Euro. 

 

Wenn ihr Fragen habt bzw. euch nicht sicher seid, welches Visum für eure geplante Tour geeignet ist, könnt ihr euch auch an uns wenden.

 


Einreise mit Hund nach Russland

 

Wir reisen immer mit unserem Vierbeiner und somit benötigen wir nicht nur Dokumente für uns, sondern natürlich auch für unsere Neufundländerhündin Vanja.

 

Wie in den meisten europäischen Ländern auch benötigt ein Hund einen gültigen EU-Heimtierausweis und eine im Impfpass eingetragene gültige Tollwutimpfung. Diese dürften vermutlich die meisten reisenden Hunde eh schon haben und stellt somit keine Besonderheit für die Einreise nach Russland dar. Wichtig ist hier allerdings, dass die Tollwutimpfung in Russland einmal jährlich zu erfolgen hat. Und dies gilt auch, obwohl wie in unserem Fall die Impfung laut Heimtierausweis zwei oder drei Jahre  gültig ist. Wer also keine Lust auf Diskussionen mit einem russischen Tierarzt hat, lässt seinen Hund lieber vorher nochmal impfen. 

 

Ergänzend dazu wird ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis verlangt, welches nicht älter als 10 Tage ist. Dazu wird der Hund beim örtlichen Amtstierarzt vorgeführt, kurz untersucht und der Chip kontrolliert. Insgesamt kein wirklich großer Aufwand, unsere Vanja freut sich über den Ausflug. Allerdings haben wir bei unseren zahlreichen Ein- oder Ausreisen dieses Dokument noch nie vorweisen müssen. Aber man weiß ja nie und somit reservieren wir immer rechtzeitig einen Termin bei unserem Amtstierarzt in Münster. Das Gesundheitszeugnis ist übrigens in deutscher, englischer, französischer und spanischer Sprache geschrieben. Um mögliche Diskussionen an Grenzen zu vermeiden führen wir noch eine russische Übersetzung mit uns.

 

Nachdem wir auf unseren bisherigen Reisen ins Baltikum, nach Weißrussland oder die Ukraine ausgereist sind, waren wir 2018 für die Ausreise nach Norwegen erstmals bei einem russischen Tierarzt. Denn für die Ausreise von Russland nach Norwegen ist für den Hund der Nachweis einer Wurmkur erforderlich, welcher durch einen Tierarzt in den Heimtierausweis eingetragen wird. Hierzu hatten wir uns vorab einfach über googlemaps einige Tierärzte (russisch ветерина́р) in Murmansk rausgesucht. Das hat dann auch gut  geklappt und der Amtstierarzt an der norwegischen Grenze war gut zufrieden. Bei Letzterem muss man sich vorher übrigens noch anmelden, aber auch das war einfach. Wer dies genauer wissen möchte, guckt einfach hier in unserem Bericht zu Murmansk bzw. auf der nachfolgenden Seite:  

https://www.baikalsprinter.de/reisen-nach-russland/murmansk-nordkap-2018/murmansk-1/

 

Eine gute Übersicht zu Einreisebestimmungen von Hunden gibt es meist bei Pets on Tour, leider nicht für Russland. Aber vielleicht ändert sich dies ja mal, so dass sich ein Klick auf den Link zur Homepage lohnt.


Einreise mit dem Wohnmobil nach Russland

 

Neben KFZ-Schein wird die Internationale Grüne Versicherungskarte benötigt. Es ist also nicht notwendig eine zusätzliche Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen, wie es früher einmal war. Wichtig ist, dass in der Versicherungskarte die Länderbezeichnung Russland nicht durchgestrichen ist (Kürzel RUS). 

 

Seitens des Auswärtigen Amts wird der Abschluss einer Vollkaskoversicherung em-pfohlen, da die Deckungssummen der russischen Haftpflichtversicherung relativ niedrig sind und im Falle eines nicht selbst verschuldeten Unfalls nicht immer mit einer vollständigen Schadensersatzleistung des Unfallgegners zu rechnen ist.

 

Beim Abschluss der KFZ-Versicherung ist auf den Gültigkeitsbereich in Russland zu achten. Hier wird unterschieden zwischen dem kompletten Land und dem europäischen Teil Russlands. Dieser erstreckt sich bis zum Ural. Im asiatischen Teil Russlands kann es sein, dass der Abschluss einer lokalen Haftpflicht- und/oder Vollkaskoversicherung notwendig ist. Dies ließ sich auf unserer Reise zum Baikalsee in 2012 allerdings auch bewerkstelligen. Die Versicherungsagentur heißt Ingosstrakh (russisch Ингосстрах) und ist  gefühlt in jeder Stadt irgendwo mit einem Büro vertreten:

Webseite: https://2016.ingos.ru/en/

 

Wir haben inzwischen aufgrund unserer vielen Reisen nach Russland einfacher eine spezielle Wohnmobilversicherung mit entsprechendem Leistungsumfang im Osten abzuschließen. Unser Wohnmobil ist somit über Jahn und Partner bei der Nürnberger Versicherung versichert. Wer nicht gleich seine Versicherung wechseln möchte, kann üblicherweise auch direkt hinter der Grenze nach der Einreise nach Russland vor Ort eine Versicherung abschließen. Hier am besten Ausschau nach einem Schild für das russische Wort страхование (Versicherung) halten. 

 

Zum Führen des Fahrzeugs haben wir immer einen Internationalen Führerschein dabei. Dieser wird bei der örtlichen Zulassungsstelle ausgestellt und konnte bei uns in Münster sofort mitgenommen werden. Voraussetzung zur Ausstellung ist dass ihr bereits über einen nationalen Führerschein in Plastikkarteausgabe verfügt. Der davor gültige rosa farbige Führerschein reicht nicht aus und musste so wie bei mir erst ausgetauscht werden. Laut Auswärtigem Amt ist auch der nationale Führerschein gültig. Wir werden allerdings weiterhin den Internationalen Führerschein verwenden, da dieser unter Anderem auch eine russische Beschreibung enthält und wir damit bisher gute Erfahrungen bei Kontrollen gemacht haben.

 


Gesundheitsvorsorge für Russland

 

Wir haben uns vor unserer Reise zum Baikalsee bei unserem Hausarzt über mögliche notwendige Impfungen informiert. Das Camping an sich und dazu noch mit einem Hund ist ja sehr naturnah, so dass uns ergänzend zu den Standardimpfungen noch weitere Reiseimpfungen empfohlen wurden.

 

Wir sind seitdem zusätzlich gegen FSME, Hepatitis A und B und Tollwut geimpft. Teilweise ist eine mehrmalige Impfung notwendig, so dass man ruhig ein paar Monate vor Reiseantritt damit beginnen sollte. Die Kosten dafür hat bis auf einen Eigenanteil unsere Krankenkasse übernommen. Das Ganze tut vielleicht ein bisschen weh aber kann sicherlich auch in anderen Reiseregionen helfen.

 

Ergänzend dazu ist, neben dem Verbandskasten, eine gut ausgestattete Reiseapotheke immer an Bord unseres Wohnmobils. Und diese natürlich sowohl für uns als auch für unseren Hund. Was da so rein gehört, sollte jeder für sich selbst überlegen. Auch gibt es hierzu im Internet zahlreiche Webseiten, welche eine Übersicht bieten.

Wer spezielle Medikamente benötigt, sollte sich vorab bei seinem Arzt informieren ob diese auch im Ausland erhältlich sind bzw. ob bekannt ist, dass eine Ausfuhr irgendwie kritisch sein könnte. Teilweise wird übrigens an Grenzen explizit nach Medikamenten gesucht, also nicht wundern wenn danach gefragt wird.

 


Diese Hinweise wurden von uns aufgrund unserer Erfahrungen und mit bestem Gewissen zusammengestellt. Fehler oder Irrtümer können aber natürlich trotzdem auftreten.


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