In Russland unterwegs

Übernachten

 

Die Campingplatz Infrastruktur in Russland ist aus unserer Sicht nicht ansatzweise vergleichbar zu der im restlichen Europa. Das heißt also ein wenig improvisieren und auch mal nicht auf einem Campingplatz übernachten. Oder vielleicht ist es andersherum besser ausgedrückt, wir übernachten mal auf einem Campingplatz.

 

In Moskau gibt es einen aus unserer Sicht empfehlenswerten Platz „Camping Sokolniki“, der am Rand des Sokolniki-Parks liegt. In Sankt Petersburg übernachten wir sehr gerne an einem kleinen Kulturzentrum. Zentral gelegen und gleichzeitig ruhig in einem Hinterhof. Etwas außerhalb befindet sich ebenfalls ein Stellplatz in Peterhof, von dem aus sich die Gartenanlagen gut besuchen lassen. Der einzig aus unserer Sicht wie ein Campingplatz ausgestatteter Platz befindet sich in Suzdal am Goldenen Ring. Dieser bietet sich für ein paar erholsame Tage hervorragend an. Für Kaliningrad bietet sich die Wiese hinter dem Hotel Baltika zur Übernachtung an.

 

In deutschsprachigen Campingführern, wie z. B. Camping.info, ADAC oder ECC sind einige Plätze in Russland aufgeführt. Allerdings sind die Einträge nicht unbedingt aktuell, so dass die Plätze teilweise nicht mehr existieren. Es wird aber daran gearbeitet dies zu aktualisieren.

 

Wer über russische Sprachkenntnisse verfügt ist ein wenig von Vorteil bei der Recherche nach einem passenden Übernachtungsplatz. Auf den Internetseiten carvanliga.ru, avtotravel.com und allcamping.ru werden diverse Plätze aufgelistet.

 

Wenn keiner der oben beschriebenen Plätze in der Nähe liegt, haben wir meistens auf Hotelparkplätzen, auf einem bewachten Parkplatz oder einfach so übernachtet. Wir haben immer freundlich gefragt und wurden meistens auch nicht abgewiesen. Dazu helfen schon einfache Sätze auf Russisch, die wir uns vorab rausgesucht haben. Wenn ihr Fragen dazu habt, einfach kurz melden. Ich habe mir vorgenommen, unseren ersten Übersetzungszettel mal abzuschreiben und hier zu veröffentlichen. Ansonsten gilt für uns in Russland das Gleiche wie in anderen Urlaubsgebieten. Wenn das Bauchgefühl nicht stimmt, lieber weiterfahren und einen anderen Übernachtungsplatz suchen. Es findet sich immer eine Alternative.

 

Es ist sicherlich von Vorteil über ein Wohnmobil zu verfügen, welches möglichst lange autark stehen kann. Eine hohe Kapazität von Frisch- und Abwassertanks bzw. bei der Stromversorgung sind sehr hilfreich. Frischwasser lässt sich ansonsten auch aus abgefüllten 5 Liter Flaschen, welche es im Supermarkt zu kaufen gibt auffüllen. Und für das Abwasser findet sich üblicherweise auch ein Gully.

 

Wer direkt zu unserer Übersicht an besuchten Übernachtungsplätzen springen möchte, klickt einfach auf nachfolgenden Link.

Hier mal ein paar Impressionen von unseren Nachtplätzen in Russland.

 

Unsere Übernachtungsplätze 


Tanken

 

Auf unseren Reisen haben wir das Tankstellennetz als flächendeckend empfunden. Heutzutage kann jedes Navigationsgerät Tankstellen in der Umgebung anzeigen, so dass wir keine Schwierigkeiten hatten unser Wohnmobil mit Diesel zu versorgen.

 

Bei Fahrten in etwas entlegenere Gebiete würden wir vorab gucken, in welchen Abständen die Tankstellen liegen. Ein gefüllter Ersatzkanister gehört für uns allerdings trotzdem an Bord.

 

Mit der Dieselqualität hatten wir bisher keine Schwierigkeiten. Dafür tanken wir üblicherweise auch eher an den größeren Tankstellen bzw. an Markentankstellen. Der Dieselpreis ist deutlich geringer als bei uns. Im Mai 2015 haben wir durchschnittlich 0,63 Euro pro Liter Diesel bezahlt.

 

Etwas ungewöhnlich ist vielleicht die Reihenfolge beim Tanken. Hier wird zuerst bezahlt und dann erst getankt. Man stellt sein Fahrzeug an eine Zapfsäule, geht zur Kasse und nennt dem Kassierer die Nummer der Zapfsäule und die Anzahl der Liter die getankt werden sollen. Vorab also gut überlegen, wie viele Liter so in seinen Tank wohl passen. Bei der Bezahlung haben wir üblicherweise mit Kreditkarte bezahlt und damit keine Schwierigkeiten gehabt. Lediglich wenn wir uns verschätzt haben und leider mehr Liter bestellt haben, als in unseren Tank passten, war es etwas umständlich das Geld zurückzu-bekommen. Alternativ wurde uns aber auch einmal der schon bezahlte Diesel in Plastik-flaschen abgefüllt. 

 

Zum Thema Gasversorgung können wir leider wenig sagen, da wir kein Gas an Bord haben. Aber wie auch schon bei allen vorherigen Punkten, sind wir uns sicher dass sich auch dafür eine Lösung finden wird. 

 

Hier ein paar Tankstellen - sehen nicht so anders aus


 

Straßenverkehr

 

Das Fahren auf russischen Straßen ist sicherlich ein wenig anders als daheim, hat dabei aber seinen besonderen Charme. Wo kann man denn schon mal einfach auf der anderen Straßenseite fahren, nur weil auf der eigenen zu viele Schlaglöcher sind?

 

Wichtig ist aus unserer Sicht ein umsichtiges und defensives Fahrverhalten. Auch wenn ein Wohnmobil sicherlich größer als andere Fahrzeuge ist, würden wir dies nicht herausfordern wollen. Russische Fahrzeuglenker sind nach unserer Erfahrung einfach schneller als wir.

 

Auf ein Fahren im Dunkeln würden wir freiwillig lieber verzichten. Wenn es denn passiert, kann ja mal vorkommen, dann sollte man sehr achtsam fahren. Tiefe Schlaglöcher, fehlende Gullydeckel, unbeleuchtete Fahrzeuge oder Personen auf der Fahrbahn können nicht ausgeschlossen werden.

 

Das Überholen an ungewöhnlichen Stellen, gerne auch mal auf der rechten Seite auf dem Standstreifen, kann durchaus mal vorkommen. Also nicht nur beim Parken auch mal einen Blick in den rechten Außenspiegel werfen.

 

Die Geschwindigkeitsbeschränkung innerorts beträgt üblicherweise 60 km/h oder manchmal auch 40 km/h. Dies ist gar nicht so einfach einzuhalten, wenn man einen LKW direkt an seiner hinteren Stoßstange kleben hat. Geschwindigkeitskontrollen sind allerdings gar nicht so selten, sondern erfahrungsgemäß deutlich öfter als daheim. Oft erfolgt dies innerorts inzwischen durch Kameras, außerorts warnt hingegen der Gegenverkehr gerne mittels Lichthupe vor der Kamera am Straßenrand.

 

Polizeikontrollen finden nach unserer Erfahrung immer weniger statt. Auf den Hauptverkehrsachsen in Städten finden sich aber nach wie vor Kontrollposten der DPS, deren Geschwindigkeitsbedingungen man besser einhalten sollte. Wir versuchen meistens im Verkehr mit zu schwimmen, denn wirklich leer sind die Hauptstraßen nicht.Sollte man bei einer Fahrzeugkontrolle raus gewunken werden, welches aus unserer Sicht durchaus auch aus Neugier auf das nahende Fahrzeug erfolgen kann, wurden wir als erstes nach Führerschein und Fahrzeugschein gefragt. Erst im zweiten Schritt wurde nach unserem Reisepass gefragt. Wichtig war es auch immer sagen zu können, woher man kommt und wohin man fährt.

 

Der Moskauer Autobahnring MKAD gehört für uns sicherlich zu den eindruckvollsten Straßen überhaupt. Es gibt wohl nur wenige Zeiten an denen dort kein Stau ist. Meist fünf Spuren bis zu frei interpretierten zehn Spuren ist es doch recht abwechslungsreich. Besonders vor Ausfahrten staut es sich gerne. Irgendwie gelingt es unser aber doch immer im Verkehr einfach mit zu schwimmen. Im Vergleich zu manch asiatischen Metropolen scheint es aber immer noch recht harmlos zu sein. Am Freitag sollte man möglichst den Weg aus der Stadt raus meiden, da viele Stadtbewohner über das Wochenende raus ins Grüne fahren und am Sonntag den umgekehrten Weg. Denn dann wollen oder müssen diejenigen ja wieder zurück. Wir planen lieber ein paar Stunden zusätzlich für die An- und Abreise ein. 

 

Eindrücke aus dem Straßenverkehr


 

Einkaufen

 

Von kleinen Tante Emma Lädchen, in denen es die Produkte nur hinter der Theke gibt, bis hin zu gigantischen Hypermärkten gibt es Supermärkte in nahezu jeder Größenordnung. Die Lebens-mittelpreise waren vergleichbar zu hier. Die Öffnungszeiten hingegen sind deutlich großzügiger, so dass sich auch spät abends immer noch ein offenes Geschäft finden ließ.

 

Lediglich beim Kauf von Alkohol sollte man sich nicht auf späte Abendstunden verlassen, ab einer gewissen Uhrzeit kann der Verkauf verboten sein. Zigaretten dürfen übrigens nicht mehr öffentlich sichtbar verkauft werden, so dass diese sich zwar wie hier oft üblich direkt über der Kasse befinden, dort aber dann aber mit einem Rollo verdeckt sind.

 

In kleineren Geschäften ist die Auswahl wie erwartet geringer und es kann sein, dass es gerade irgendwas nicht gibt. Dennoch haben wir es immer bevorzugt in den kleinen Läden einzukaufen, da es einfach abwechslungsreicher und interessanter ist.

 

 

Hundefutter gibt es übrigens auch in Russland zu kaufen, zumindest wenn der Hund kein Spezialfutter benötigt. In Moskau haben wir allerdings auch ein Tierfutterhandel gefunden, in dem es allerlei uns gut bekannte Futtersorten gab. Dann natürlich zu einem entsprechend hohen Preis.

 

Kiosks und Tante Emma Lädchen


 Unterwegs mit Hund

 

Die Versorgung unseres Vierbeiners mit Nahrung ist üblicherweise sehr einfach, da Vanja nicht wirklich wählerisch ist. Hauptsache es gibt pünktlich morgens nach dem Aufstehen etwas zu fressen und das Abendessen wird auch eher zu Uhrzeiten eingenommen, die mich immer an Krankenhausaufenthalte erinnern. Heißt also sehr früh.

 

Die Versorgung mit Nahrung ist zwar ein wesentliches Tagesereignis, aber halt nicht das Einzige. Insofern hier ein paar Erfahrungen von unseren Russland Reisen mit Hund.

 

Vanja ist für ihre Rasse ein wirklich kleiner Neufundländer, allerdings im Vergleich zu vielen anderen Hunden doch ganz schön groß. Und zudem noch schwarz, was nicht nur bei manchen Hunden sondern auch bei Menschen zu einer gewissen Zurückhaltung führt. Im Vergleich zu ihren Vorgängern hat sie allerdings den eindeutigen Vorteil einen weißen Fleck auf der Brust und dazu noch drei weiße Pfoten zu haben. Warum auch immer, aber das ist eindeutig ein Niedlichkeitskriterium und erleichtert das Reisen. Der Hund an unserer Seite ist zwar echt groß, aber für viele doch recht niedlich.

 

Vor ein paar Jahren noch war es beim Grenzübergang nicht ganz so einfach, die Grenzbeamten sehr zurückhaltend und der Hund musste schnellstmöglich bei der Fahrzeugkontrolle aus dem Auto. Letztes Jahr bekamen wir hingegen Geschichten von den eigenen Hunden erzählt oder aber Vanja durfte sogar im Womo bleiben.

 

Beim Spaziergehen mit Vanja fallen wir auf. Nicht nur in Russland, sondern auch in England, in Frankreich, in Spanien, eigentlich überall. Vielleicht nicht mehr in Münster. Nach unserer Erfahrung sind die Russen etwas zurückhaltend und weichen durchaus mal auf die andere Straßenseite aus. Diejenigen, die Hunden zugeneigt sind, verhalten sich aber genauso wie in anderen Ländern auch. Fragen über Fragen. Wie heißt der Hund? Wie alt? Was für eine Rasse? So süß!!!! Alle mit Hund Reisende können sich vorab schon mal ein paar passende Antworten zurechtlegen. Die Einstiegsfrage variiert übrigens zwischen „Beißt er bzw. sie (Der Hund auf russisch ist weiblich)“? und „Darf ich sie streicheln?“. Einfach nur mit Ja oder Nein auf eine nicht verstandene Frage zu antworten, kann zu einer gewissen Verwirrung führen. Allerdings bei uns immer mit gutem Ausgang, das Missverständnis in welche Richtung auch immer lässt sich ja fix aus der Welt räumen.

 

Einen grünen Fleck zum Spazierengehen lässt sich immer finden. Auch innerhalb der Großstädte gibt es für uns auffallend viele Parks. Oft sind Straßen auch von Bäumen gesäumt, was uns beides sehr gut gefällt. Lediglich bezüglich des Freilaufens sind wir etwas zurückhaltender als zu Hause. Hundekotbeutel haben wir auch auf Reisen immer dabei und nutzen diese auch. Manchmal bekommt man zwar einen etwas seltsamen Blick von Passanten, aber weshalb sollten wir uns anders verhalten als zu Hause.

 

Ein Thema in anderen Ländern sind für uns immer mal wieder freilaufende Hunde. Diese gibt es, nicht nur in Russland sondern auch in anderen Ländern. Hier hat sicherlich jeder Hundebesitzer mal so seine Erfahrungen mitgemacht und weiß wie sein Hund auf andere Hunde reagiert.

 

Alles in allem ist das Reisen mit Hund in Russland nicht einfacher oder schwieriger als woanders. Dafür gibt es hier viel Grün , viele Flüsse und viele Seen.

 

Mit unserer Neufundländerhündin Vanja unterwegs


Russische Sprache

 

Wie oben schon geschrieben, ist es sicherlich hilfreich ein paar Sätze Russisch sprechen zu können. Vom kyrillischem Alphabet mal ganz abgesehen. Letzteres würde ich auf jeden Fall machen. 

 

Ich persönliche finde es in einem anderen Land auch einfach schön, wenn ich ein paar Worte in der Landessprache spreche und meistens wird dies ja auch sehr positiv aufgenommen. Hilfsmittelgibt es zahlreiche. Erstaunlicherweise habe ich gerade festgestellt, dass ich schon mal drei Reisesprachführer für Russisch in unserem Bücherregal stehen habe. Woher auch immer die alle her kommen. Ich glaube einer reicht aus und der muss ja noch nicht einmal in Papierform mehr sein. Wer mit einem Smartphone unterwegs ist, kann sich auch eine App als Sprachführer runterladen.

 

Was uns in all dem Hilfsmitteln immer so fehlt, sind die spezifischen "Wohnmobilsätze" oder auch "Hundebesitzersätze". In Russland zum Beispiel fragen Passanten typischerweise als erstes ob der Hund beißt und nicht ob man ihn streicheln darf. Solche Dinge lassen sich sicherlich auch mittels Gesten erklären, aber einfacher ist es doch ein paar Sätze parat zu haben. Ähnliches gilt für Fragen wie z. B. ob man an einer Stelle übernachten darf oder nicht. 

 

Und so haben wir mal ein paar typische Fragen, die wir immer wieder brauchen, aufgelistet und ihr könnt euch die Tabelle hier herunterladen. 

 

Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen weiter.

 

Hier geht es zum Download:

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Russische Wohnmobilvokabeln.pdf
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Diese Hinweise wurden von uns aufgrund unserer Erfahrungen und mit bestem Gewissen zusammengestellt. Fehler oder Irrtümer können aber natürlich trotzdem auftreten.



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