Einreise nach Russland

Formalitäten an der russischen Grenze

An der russischen Grenze endlich angekommen, wird es nun spannend. Und auch trotz unserer vielen Reisen nach Russland ist es immer wieder ein wenig kribbelig hier zu stehen. Wer somit das erste Mal nach Russland reist, sei nicht irritiert dass doch eine gewisse Aufregung da ist. Das gehört einfach dazu. 

 

 

Typischerweise sind an der Grenze zwei verschiedene Dokumente auszufüllen:

  1. die Migrationskarte 
  2. die Zollerklärung

Hier ist es hilfreich schon mal vorab seinen Namen, Herkunft, etc. in kyrillischer Schreib-weise zu üben. Mag sein, dass es inzwischen auch möglich ist, einfach in lateinischen Buchstaben zu schreiben. Am besten lässt sich dies mit einem freundlichen Lächeln klären.

 

Inzwischen entfällt an manchen Grenzen bereits das Ausfüllen der Migrationskarte. Anstatt dessen wird der Reisepass eingescannt und die Migrationskarte anschließend direkt gefüllt ausgedruckt (bisher erlebt an diversen Grenzen nach Kaliningrad und 2019 an der Grenze zwischen Helsinki und Sankt Petersburg). Das ist sehr praktisch und kannten wir früher nur von der Einreise per Flugzeug.

 

Die Migrationskarte besteht aus zwei Hälften, beide sind dabei identisch auszufüllen oder werden identisch bedruckt. Man erhält nur eine Hälfte zurück. Wenn die Migrationskarte vorausgefüllt ausgedruckt wird, müsst ihr nur beide Hälften noch unterschreiben und bekommt dann eine Hälfte vom Grenzbeamten ausgehändigt. Schön auf diesen kleinen DIN A6 großen "Zettel" aufpassen, der muss bei der Ausreise wieder abgegeben werden!

 

Die DIN A4 große Zollerklärung wird gleich in doppelter Ausführung ausgefüllt (Angabe des Fahrzeughalters). Auch hier erhält man ein abgestempeltes Formular wieder zurück und muss es bei der Ausreise wieder vorlegen. Bisher haben wir glücklicherweise noch nie eines verloren. Sicherheitshalber machen wir immer direkt Fotos davon, ob das allerdings im Falle eines Verlusts hilft, wissen wir leider nicht.  

 

Am ersten Häuschen erfolgt üblicherweise die Passkontrolle. Hier ist  der Reisepass und  die Migrationskarte - sofern man sie selbst ausfüllen muss - vorzulegen (vom Fahrer auch der Fahrzeugschein), am zweiten Häuschen erfolgt dann die Zollkontrolle. Dazu ist die Vorlage des Fahrzeugscheins, der Versicherungskarte und der Zollerklärung notwendig.

 

Wenn beide Kontrollen mit dem Abstempeln der Dokumente erfolgreich waren, wird zum Schluss das Wohnmobil noch durch einen oder mehrere Beamte kontrolliert.  

 

Bei der Ausreise war die Reihenfolge überraschenderweise meist irgendwie anders-herum, erst Zollkontrolle und dann die Passkontrolle.  

 

Im Februar 2020 wurde das Formular für die Zollerklärung überarbeitet!

 

Download beim russischen Zoll (Stand Februar 2020)

 

 

1) Russisch

http://customs.ru/storage/document/document_file/2020-02/13/decl_rus_new_01_02_2020%20(1).pdf 

 

2) Englisch

http://eng.customs.ru/storage/document/document_file/2020-02/14/PASSENGER%20CUSTOMS%20DECLARATION(1).pdf

 

3) Deutsch

http://eng.customs.ru/storage/document/document_file/2020-02/14/PASSAGIERZOLLANMELDUNG.pdf

 

Die Zollerklärung kann somit bereits vorab vorbereitet und zu Hause ausgedruckt werden (wichtig in doppelter Ausführung und beidseitig auf weißem DINA4 Papier). 

 

Bei der Einreise nach Russland gilt als Ausfuhrland übrigens nicht Deutschland, sondern das Land aus dem man einreist (z. B. Finnland). Das Einfuhrland ist dann Russland. 

 

Leider haben wir noch keine eigenen Erfahrungen mit diesem neuen Formular, sodass wir keine weiteren Tipps für euch haben. Hoffentlich wird es 2021 wieder etwas - und wer weiß, vielleicht hat sich bis dahin das Formular erneut geändert.

 

Aufgefallen ist uns lediglich, dass es bei den Fahrzeugen auf Seite 2 nun auch eine Ankreuzmöglichkeit für Anhänger gibt (für Wohnwagenfahrer: ich vermute mal, dass man eine Zollerklärung für das Zug-Fahrzeug und eine für den Wohnwagen ausfüllt, jeweils natürlich in doppelter Ausführung. Sicher bin ich mir aber nicht.). Dazu gibt es jetzt aber auch die Möglichkeit ein Schiff oder Flugzeug als Fahrzeug einzuführen, wer also eins von beiden dabei hat, kann diese hier angeben).

 

Die Angaben auf Seite 3 und 4 waren auch früher schon nur notwendig, wenn man mehr als 10.000 US-Dollar einführt. Und das kommt bei uns üblicherweise nicht vor.

 

Weitere, hilfreiche Informationen zur Einreise gibt es auch auf der Startseite der russischen Zollbehörde. 

http://eng.customs.ru/activities/individuals/movement/declaration (Englisch) 

 

Dazu gibt es noch einen "Tourist Guide", unter Anderem wird darin eine Übersicht zu den Höchstgrenzen bei Ein- und Ausfuhr gegeben:

http://eng.customs.ru/storage/folder_link/2019/12-31/VCpUG10W/Booklet_FCS_18_03_20.pdf 

 

Für das Passieren der Grenze planen wir nach unsere Tour im Juni 2019 mal ein wenig mehr Zeit ein. Anstatt früher ein bis zwei Stunden haben wir diesmal eher so drei bis vier Stunden gebraucht. Nur die Einreise nach Kaliningrad ging deutlich schneller. Plant lieber ein wenig mehr Puffer ein und nehmt euch nach der Grenze nicht mehr allzu viel vor.

 

Unsere Erfahrung ist, dass die Grenzbeamten vielleicht auf den ersten Eindruck etwas unfreundlich wirken, aber letztendlich doch immer sehr hilfreich waren. Mal haben wir noch über unsere Reiseroute erzählt und einmal durften wir erklären, was wir denn geschäftlich in Russland machen. Tatsache ist, dass es jedes Mal ein wenig anders abläuft aber letztendlich mit Geduld und Ruhe wir doch immer ans Ziel gekommen sind.


Einreise mit Hund nach Russland

 

Für alle Reisende mit Hund kann noch die Kontrolle durch einen Veterinär notwendig sein. Dies war allerdings immer irgendwie anders.

 

Bei der Einreise auf der Route zwischen Helsinki und Sankt Petersburg befand sich dieser früher in der Abfertigungshalle der LKWs - hier wurde nur der Heimtierausweis ohne Hund kontrolliert, bei der Ausreise auf der Route von Murmansk nach Kirkenes kam auf russischer Seite der Veterinär direkt zur Passkontrolle und Vanjas Chip wurde ausgelesen und wir mussten sie auch in der Zollerklärung eintragen (das einzige Mal auf unseren bisherigen Russlandtouren. Angegeben haben wir  1 Stück Neufundländer „Vanja“ mit 45 kg und einem Wert von 500 Euro). Meistens hat sich allerdings bei der Einreise keiner für den Hund interessiert, außer dass er natürlich bei der Fahrzeugkontrolle aussteigen muss. Anders ist dies bei der Ausreise in die EU. Hier wurde durchaus ein Blick in Vanjas Heimtierausweis geworfen und manchmal auch ihr Chip gescannt. Besondere Regelungen gibt es noch für die Ausreise nach Norwegen, dort ist vorab eine Terminabsprache mit dem Veterinär notwendig da dieser nicht immer an der Grenze vor Ort ist.

 

Alles in allem sind wir immer mit Hund wieder zurückgereist. Und das ging nicht nur uns so, sondern auch allen Reisenden mit Hund mit denen wir zwischendurch Kontakt hatten. 

 


Registrierung in Russland

 

In Russland ist es notwendig sich als Ausländer nach der Einreise anzumelden. Diese Registrierung ("Anmeldepflicht für Ausländer") erfolgt bei den meisten Touristen, die nach Russland fahren, durch das Hotel, welches sie für die Reise gebucht haben. Diese einfache und komfortable Möglichkeit haben wir mit dem Wohnmobil leider nicht, aber auch dafür haben wir verschiedene Varianten ausprobiert.

 

Entweder haben wir eine Hotelübernachtung für eine Nacht gebucht oder wir haben auf auf einem Hotelparkplatz übernachtet und konnten dafür eine Registrierung erhalten.

 

Auf dem Campingplatz in Moskau im Sokolniki-Park und auf dem Campingplatz in Suzdal, welcher an ein Hotel angeschlossen ist, ist ebenfalls eine Registrierung möglich. Ebenso auf den Wohnmobilstellplätzen am Hotel Baltica in Kaliningrad und beim Hotel Elizar in Sankt Petersburg. Zweimal haben wir durch das Sammeln von Quittungen (z. B. Tankbelege, Eintrittskarten o. ä.) nachgewiesen, dass wir nirgendwo länger als eine oder zwei Nächte waren. Ob dies immer noch funktioniert, wissen wir allerdings nicht, das ist schon ein paar Jahre her. 

 

Eine eigenständige Registrierung soll auch möglich sein, war aber aufgrund der einfachen Alternativen für uns noch nicht notwendig. Wir haben es einmal zwar versucht (damals war es bei der russischen Post), aber sind an den unklaren Vorgaben irgendwie gescheitert.

 

Weiterhin haben wir gerade bei einer Visaagentur gelesen, dass sich die Registrierung auch vorab bestellen lässt. Wie dies funktioniert, müsste man wohl mal bei der Agentur nachfragen.

 

Die Notwendigkeit dieser Registrierung wird gerne mal in diversen Foren diskutiert. Das Konzept ist halt nicht wirklich darauf ausgelegt, dass sich die Reisenden nach ein oder zwei Tagen bereits woanders hinbewegen. Wir registrieren uns inzwischen auf jeden Fall auf unseren Reisen mindestens einmal (offiziell ist dies innerhalb von sieben Tagen erforderlich)  oder öfter, wenn es sich so ergibt. Auch diesen kleinen Zettel fotografieren wir sicherheitshalber. Wir haben letztens irgendwo gelesen, dass dieser im Falle eines Verkehrsunfalls auch gefragt wird. Allein deshalb würden wir Jedem raten sich registrieren zu lassen. 

 

Weitere Hinweise zum Nachlesen gibt es natürlich auch beim Auswärtigen Amt (dort stehen auch die "sieben Tage")

 

Webseite:

https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/russischefoederation-node/russischefoederationsicherheit/201536 


Diese Hinweise wurden von uns aufgrund unserer Erfahrungen und mit bestem Gewissen zusammengestellt. Fehler oder Irrtümer können aber natürlich trotzdem auftreten.



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