Nachbereitung unserer MuNo Tour

Ausgaben

Wie üblich pflegen wir auf unseren großen Reisen eine Übersicht zu unseren Ausgaben. Gerade ich neige dazu aufgrund der unterschiedlichen Währungen schon mal den Überblick darüber zu verlieren. 

 

Uns war klar, dass unsere MuNo-Tour einen ziemlichen Kontrast bieten wird. Auf der einen Seite das für uns eher günstige Reiseland Russland und auf der anderen Seite dann Skandinavien, wobei insbesondere Norwegen bekannterweise hohe Preise für Lebensmittel und Diesel hat. Somit sind auf der zweiten Hälfte unserer Reise unsere Ausgaben auch rapide in die Höhe geschossen. 

 

Zwei Teilstücke der Tour haben wir per Fähre zurückgelegt, erst ging es von Travemünde nach Helsinki nach Nordosten und dann von Malmö nach Travemünde wieder zurück. Beide Male haben wir die Fährgesellschaft Finnlines ausgewählt, wobei wir die Hinfahrt bereits letztes Jahr mit deutlichem Frühbucherrabatt gebucht hatten. Die Überfahrt von Malmö zurück hatten wir vorab nicht so geplant. Die Fährpreise waren auch trotz der kurzfristigen Buchung aus unserer Sicht aber nur wenig teurer als die verschiedenen Alternativen wie Öresund-Brücke usw. Dazu mögen wir Fährüberfahrten auch einfach sehr gerne.

 

Ausgaben MuNo Tour


Dieselpreis

Wir sind insgesamt fast 7000 km gefahren und unser Wohnmobil hat wie auf unseren Langstrecken touren üblich rund 11 Liter Diesel auf 100 km verbraucht. 

 

Der Dieselpreis in Russland ist für uns nach wie sehr günstig, bei umgerechnet 0,60 Euro pro Liter macht das Tanken richtig Spaß. Am günstigsten haben wir Sankt Petersburg getankt, gen Norden wurde es einige Cent teuerer. Aufgefallen ist uns dass die Tankstellendichte Richtung Murmansk deutlich abnimmt. Also besser rechtzeitig tanken, damit es euch nicht so wie uns geht, als wir auf unseren Reservekanister angewiesen waren, da die erste angesteuerte Tankstelle gerade keinen Diesel hatte und zweite nicht mehr existierte. Vom Ablauf ist wie in den Jahren zuvor, erst an der Kasse die gewünschte Literzahl sagen, bezahlen und dann tanken. Probleme mit dem getankten Diesel hatte unser Wohnmobil keine.

 

Die Einreise von Russland nach Norwegen führte zu einem rasanten Anstieg unserer Ausgaben für Diesel. Glatte 1 Euro mehr kostete der Liter Diesel in Norwegen. Puuh! 

 

In Finnland wurde es von Nord nach Süd immer günstiger. In Schweden waren die Dieselpreise an der Küste entlang relativ stabil. Hier haben wir gerne bei den Tankstellenautomaten der Kette Ingo getankt, gut erkennbar an orangefarbenen Tankstellen.

 

Tankübersicht MuNo Tour


Grenzerfahrungen

Die interessante und relevanteste Grenze auf unserer Reise ist typischerweise die EU Außengrenze mit Russland. Wir sind dieses Jahr von Finnland aus nach Russland eingereist und nach Norwegen wieder ausgereist. Letzteres gehört zwar nur der Europäischen Union an, aber dafür dem Europäischem Wirtschaftsraum und somit sind die Regularien ähnlich zur EU. 

 

Sowohl die Ein- als auch die Ausreise haben beide ohne größere Schwierigkeiten geklappt und jeweils rund anderthalb bis zwei Stunden gedauert. Bei der Ausreise nach Norwegen haben sich die russischen Grenzbeamten unser Wohnmobil besonders gründlich angeguckt, wobei es hauptsächlich wohl um Drogen und Medikamente ging. Die Zollformulare gab es hier übrigens auch auf Englisch.

 

Bei der Einfuhr von Alkohol und Zigaretten nach Norwegen haben wir uns genau an die erlaubten Höchstmengen gehalten. Aufgrund der diversen Umrechnungsmöglichkeiten von Hochprozentigem in Niedrigprozentiges u. ä. gibt es dafür eine praktische App des norwegischen Zolls (einfügen). Unser Wohnmobil wurde dann allerdings gar nicht erst kontrolliert. Allerdings würde ich mich darauf nicht verlassen. Sollte doch mehr als erlaubt an Bord sein, würden wir die höhere Menge lieber vorab verzollen. Das geht entweder dann direkt vor Ort bzw. lässt sich auch in der Zoll-App direkt machen. Denn wenn das Womo bereits in der Röntgenbox steht, ist es dafür schon zu spät.

 

Trotz unserer diversen Erfahrungen in den letzten Jahren haben auch wir immer noch ein wenig Herzklopfen wenn wir an einer Grenze stehen. Alles in allem lief es beide Male aus unserer Sicht korrekt ab, auch waren die Grenzbeamten auf russischer Seite diesmal auffallend freundlich. 


Kommunikation

Wir haben uns kurz nach Einreise nach Russland bei Vyborg direkt zwei SIM Karten vom Mobilfunkanbieter MTC besorgt. Dieses Jahr haben wir uns für den Tarif Hype, auf kyrillisch ХАЙП geschrieben, entschieden. 

 

In diesem Tarif sind 7 GB Datenvolumen enthalten, wobei folgende Dienste bereits inklusive sind «ВКонтакте», «Одноклассники», Facebook, Instagram, Twitter, Skype, WhatsApp, Viber, Snapchat, МТС Music, Apple Music, Google Music, Яндекс Музыка, Zvooq und YouTube. Des Weiteren sind 100 Minuten Telefonie und 100 SMS inklusive. 

 

Pro SIM-Karte haben wir 500 Rubel, umgerechnet ca. 7 Euro, bezahlt. Alles in allem wieder sehr unkompliziert. Im Shop einfach Pass vorzeigen, diverse Zettel unterschreiben, bezahlen und SIM-Karten mitnehmen. Als Angebot gab es diesmal noch zusätzliche SIM-Karten, deren Sinn mir nicht klar wurde und die einfach mit uns eine Reise zum Nordkap gemacht haben.

 

Webseite:

https://moskva.mts.ru/personal/mobilnaya-svyaz/tarifi/vibrat-tarif#buytariffmob/dla-smartfona

 

 

Ergänzend dazu haben wir uns die App Мой МТС («Mein MTS») installiert, sodass wir immer einen Überblick über unseren Verbrauch hatten. Hier lässt sich bei Bedarf auch eine Kreditkarte hinterlegen um sein Konto direkt aufladen zu können. 



Mitternachtssonne

 

Wir waren dieses Jahr die ersten drei Wochen im Juni im hohen Norden unterwegs und somit genau zu der Jahreszeit in der die Mitternachtssonne scheint. Zumindest wenn keine Wolken davor sind. Bereits in Sankt Petersburg macht es sich bemerkbar, dass es nachts nicht mehr wirklich dunkel wird. Und das obwohl es noch rund 800 km Luftlinie bis zum Polarkreis sind. 

 

Uns gefällt diese Helligkeit im hohen Norden. Allerdings hat sie diesmal doch deutlich unseren Schlafrhythmus durcheinander gebracht. Üblicherweise ziehen wir nachts eher nicht die Gardinen zu, geschweige denn Schließen wir die Rollos unserer großen Dachflächenfenster. Dieses Mal waren sie aber oft im Einsatz, denn ansonsten wären wir vermutlich nie ins Bett gekommen. 

 

Und nachts um halb 2 im Hellen im Strand spazieren zu gehen ist schon witzig!


Reisen mit Hund

Unsere Neufundländerhündin Vanja wird in zwei Wochen fünf Jahre und hat uns inzwischen in über 25 Länder begleitet und ist auch immer wieder mit nach Hause gekommen. Damit dies gelingt, gehört sicherlich eine gewisse Vorbereitung dazu sodass wir uns bei unseren Reisezielen mit als Erstes darum kümmern, was benötigen wir für die Einreise unseres Hundes. Zur Grundausstattung gehört immer der EU-Heimtierausweis. Dazu ist Vanja gechipt, ausreichend geimpft und die Titerbestimmung der Tollwutimpfung haben wir auch immer dabei.

 

Für Russland nehmen wir immer zusätzlich ein amtstierärztliches Gesundheits-zeugnis inklusive russischer, aber nicht beglaubigter Übersetzung mit. Dieses hat uns letztes Jahr in Zentralasien geholfen, dieses Mal bei einem russischen Tierarzt. Vorher wollte das Papier noch nie jemand sehen. 

 

Für die Einreise nach Norwegen ist es notwendig, dass der Hund 24 bis 120 Stunden vor der Einreise eine Wurmkur erhält und diese auch von einem Tierarzt in den Heimtierausweis eingetragen wird. Somit waren wir in Murmansk in einer Tierklinik und haben dort Vanja vorgestellt, ihr unter Aufsicht die vor Ort gekauften Tabletten gegeben und fühlten uns gut aufgehoben. Wir haben lediglich erfahren, dass in Russland tatsächlich auf eine jährliche Tollwutimpfung bestanden wird, auch wenn wir in Deutschland erst nach zwei oder drei Jahren wieder zum Impfen müssten. Wir sind mit unseren Hunden schon einige Mal erst im zweiten oder dritten Jahr der Tollwutimpfung eingereist und bisher hat dies nie jemand interessiert. Aber möglicherweise ist es ein Unterschied, ob an der Grenze jemand in den Pass guckt (oder auch nicht) oder ob es sich um einen Tierarzt vor Ort handelt. Die russischen Tierärzte, die sich zahlreich für unsere charmante Vanja interessiert haben, waren auf jeden Fall sehr freundlich und sehr bemüht um uns. Und das an einem Arbeitstag vor einem Feiertag viel los ist in einer Tierklinik, wäre vermutlich bei uns in Münster auch nicht anders. Umgerechnet haben wir ca. 15 Euro für Wurmkur, Tollwutimpfung und Zertifikat – was auch immer auf dem steht – bezahlt. 

 

An der Grenze Russland – Norwegen wurde Vanja auf beiden Seiten von einem Tierarzt kontrolliert, sowohl der Ausweis als auch der Chip wurde ausgelesen. Auf russischer Seite mussten wir erstmalig in auf unseren Russland Reisen Vanja auf der Zollerklärung für die Ausfuhr eintragen. Dies wurde uns netterweise sogar auf Englisch erklärt und auch die Zollformulare lagen hier auf Englisch aus. 

 

Die Anmeldung der Einfuhr eines Hundes auf norwegischer Seite hat ohne Schwierigkeiten geklappt und ist auf Webseite der Behörde für Lebensmittelsicherheit gut beschrieben. 

 

An der Grenze selbst ist nicht permanent ein Tierarzt und damit wir nicht so lange warten müssen, melden wir uns vorher an. Einmal 48 Stunden vorher anrufen und dann noch mal eine Stunde, bevor wir da sind. Dank unserer SIM-Karten haben wir von Murmansk aus per Skype angerufen. An der Grenze selbst war das Datennetz allerdings dafür zu schwach, aber unser russisches Guthaben reichte auch für einen normalen Anruf aus. 

 

Wer ebenfalls mit seinem Hund nach Norwegen einreisen möchte, schaut sich hier am besten einmal die Voraussetzung an:

 

Webseite: https://www.mattilsynet.no/language/english/animals/travelling_with_pets

 

Ansonsten ist das Reisen mit unserem Hund erfahrungsgemäß recht einfach. Ein wenig ungünstig war es diesmal dass wir Vanja vorab geschoren haben und dabei nicht bedacht haben, das nach den 30 Grad zu Hause eventuell noch einmal Schnee und Hagel uns erwarten. 


Straßenverhältnisse

Kurz und knapp: Die Landstraßen sind vor allen Dingen gut gewesen. Insbesondere auch die russische Seite auf unserer Tour. Zwischen Sankt Petersburg und Murmansk kann man sich quasi auch nicht verfahren, denn es gibt eigentlich nur eine Route gen Norden. Durchschnittlich haben wir erstaunlicherweise fast 70 km/h geschafft, was für unsere Russlandreisen wirklich hoch ist. Lediglich der Unterhaltungsgrad unterwegs ist nicht der höchste, Orte sind einfach rar im hohen Norden.


Übernachtungsübersicht

Auf unserer diesjährigen Tour haben wir erst ein Stellplatz-Hopping in Sankt Petersburg gemacht und danach ging es in den hohen Norden. Wie üblich haben wir zur besseren Übersicht wieder eine Tabelle mit unseren Übernachtungsplätzen angelegt.  

 

Download
Wohnmobilstellplätze und Campings auf unserer MuNo Tour 2018
2018 MuNo Übernachtungsplätze.pdf
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Mit ♥ für euch geschrieben