Montag, 22.09.2025
Der Morgen beginnt wolkenvoll, aber freundlich und so machen wir uns wieder auf den Weg. Die Strecke am Ostufer des Gardasees ist schmal und führt durch viele Tunnel, zwischendurch gibt’s aber auch immer mal wieder Seeblick. Am Südufer angekommen fängt‘s dann ordentlich an zu regnen und dazu ist die Wettervorhersage auch nicht so prickelnd, es sind schwere Unwetter angesagt. Damit ist die Entscheidung schnell gefallen, noch ein paar Kilometer zu fahren.
Kaum hat Jens ausgesprochen, dass jetzt so ein großer Hypermarché wie in Frankreich ganz passend wäre, um den Sturzregen abzuwarten, stehen vor einem großen Shoppingcenter. In dem befindet sich nicht nur ein riesiger Supermarkt, sondern auch ein Apple-Store. Somit gucken wir uns erst mal ausgiebig das neue IPhone 17 und das neue IPhone Air an. Fühlen sich beide ziemlich gut in der Hand an 😎
Regenpause im Il Leone Shoppingcenter
Als wir wieder rauskommen, ist es Wolkenbruch vorbei und wir fahren weiter. Rund 25 Kilometer weiter südlich checken wir dann auf dem Womo-Stellplatz in Borghetto ein. Laut Schild gehört Borghetto zu den hübschesten Dörfern Italiens (I borghi più belli d’Italia, Webseite). Das klingt gut und erklärt vermutlich, warum es hier direkt zwei große Wohnmobilstellplätze direkt nebeneinander gibt. Wir haben uns für den nicht schattigen mit grüner Wiese entschieden, falls die Sonne rauskommen sollte, stehen wir hier hübscher. Im Hochsommer würden wir vermutlich eher den anderen nehmen.
Sosta Camper Borghetto 🚐 🅿️
Niedlich ist Borghetto wirklich, einige schmale Gassen links und rechts am Flussufer des Mincio, dazu eine massive Befestigungsmauer nebenan und noch eine Burg auf dem Hügel, zu der man über zig Treppenstufen hochlaufen kann. Der Turm ist übrigens nur am Wochenende geöffnet, steht auch auf dem Schild unten.
Spaziergang durch Borghetto
Es kommt sogar tatsächlich die Sonne heute Nachmittag raus, wer hätte das vorhin gedacht. Während Jens und Vanja somit gemütlich vor’m Wohnmobil sitzen, schlendere ich noch einmal zum Burghügel, auf dessen anderer Seite der Ort Valeggio sul Mincio liegt. Hier kaufe ich für unser Abendessen frische Tortelloni. In der Auslage der Pastificio al Castello sind bestimmt dreißig verschiedene Sorten dekoriert. Sehr hübsch. Da ist’s gar nicht so einfach sich zu entscheiden. Ich mache dann mal einfach Auswahl nach Farbe, damit wir die später auch noch zu ordnen können 😎
Pastificio al Castello in Valeggio sul Mincio
Netter Abend in Borghetto
Dienstag, 23.09.2025
Wir brauchen zuhause dringend neuen Balsamico aus Italien und so machen wir heute eine kleine Shoppingtour. Und so geht’s von Borghetto weiter gen Süden. Zunächst vorbei an den bald abgeernteten Tomatenfelder, quer durch‘s hübsche Mantua, weiter über den breiten Po und schwups sind wir in der Emilia Romagna 🍅 🍜 🥩
Kurz vor Modena feiern wir kurz unseren 360.000sten Kilometer 🎉
Jippieh - auf viele weitere gemeinsame Kilometer 🥳
Südlich von Modena stöbern wir dann ausgiebig in der Azienda Agricola Leonardi Giovanni. Vor vielen Jahren haben wir hier mal eine interessante Besichtigung durch die Räume mit den gelagerten Balsamico Fässern gemacht und seitdem kaufen wir regelmäßig gerne hier ein 😋 Und besonders gerne auf unseren Herbstreisen, denn dann gibt es passend für Weihnachten bereits Panettone zu kaufen. Und so reist ab sofort Balsamico-Panettone mit Feige und Schokolade mit uns weiter bis nach Hause, gut verstaut unter der Sitzbank, wo man nicht mal eben drankommt.
Azienda Agricola Leonardi Giovanni in Magreta
Balsamico Shopping-Tour
Theoretisch könnten wir mit dem Wohnmobil bei der Acetaia übernachten, aber uns zieht es noch ein Stück weiter und so gondeln wir hübsch durch die hügelige Landschaft, bergauf, bergab bis ins Örtchen Montese. Dieses liegt grob zwischen Modena und Florenz liegt und unterhalb des Dorfs gibt es einen kostenlosen Womo-Stellplatz mit hübschem Ausblick auf den Ort. Wir haben Glück und es ist noch ein Platz frei für uns.
Zum Dorf hoch sind es vielleicht zehn Minuten zu Fuß, weiter zur Burg ebenfalls. Alles in überschaubarer Entfernung. An der Treppe bergab von der Burg entdecke ich einen kleinen Baumarkt, in dem es vermutlich alles gibt, u. a. werden so alte Metallformen mit langem Stiel angeboten. Vermutlich heute nicht mehr ganz so im täglichen Gebrauch, aber ich nehme mir vor später mal zu gucken, was man in früherer Zeit darin gebacken hat.
Beim kurzen Schlenker durch den Supermarkt auf der Suche nach Brot – die Bäckerei hier im Ort hat nur vormittags geöffnet - entdecke ich dann eine Packung „Tigella“. Es sind flache Teiglinge zum Aufbacken, die von der Größe her gut in diese Metallformen vom Baumarkt passen könnten. Kurzer Blick ins Netz und siehe da, wir haben eine neue regionale Spezialität kennengelernt. Die Fladen werden neben Tigella auch Crescenta oder Crescentina genannt und die Metallformen zur Herstellung Tigelliera (Wikipedia). Also testen wir diese direkt mal 😋
Area Sosta Camper Montese 🚐 🅿️
Mittwoch, 24.09.2025
Wir wachen bei bestem Sonnenschein auf und genießen den ersten Kaffee mit Ausblick auf Montese. Wirklich ein empfehlenswerter Womo-Stellplatz. Beim Bäcker kaufen wir uns eine leckere Stärkung 🥖🥧🍪 und machen uns wieder auf den Weg gen Süden.
Bergauf, bergab wechseln wir von der Emilia Romagna in die Toskana, streifen einmal Florenz und folgen dann weiter der hügeligen Landschaft.
Unterwegs durch die Toskana
Unser Tagesziel ist die Abbazia San Galgano, rund 100 Kilometer südlich von Florenz, und eine bekannte Kirchenruine. Ende des 18. Jahrhunderts verließen die Zisterzienser das Kloster, der Glockenturm stürzte ein und die Steine dienten dem Umland als Baumaterial. Übrig blieb eine imposante Ruine. Am Ende des sehr großen Parkplatzes, einige hundert Meter von dem Bauwerk entfernt, darf man mit dem Wohnmobil übernachten. Strom und Wasser gab es mal, scheint alles schon länger außer Betrieb zu sein. Wir parken neben drei Wohnmobilen, mal gucken, wer von denen auch über Nacht bleibt.
Wir haben dazu noch Glück, denn in der Kirchenruine ist bis Ende September eine Skulpturenausstellung des albanischen Künstlers Helidon Xhixha zu sehen (Webseite). Es handelt sich um hochreflektierende Edelstahlskulpturen, in denen sich die Mauern der Kirche und der Himmel spiegeln und natürlich man selbst spiegelt sich ebenfalls. Das sieht echt cool aus 😎
Abbazia San Galgano in Chuisdino
Donnerstag, 25.09.2025
Nach einem idyllischen Morgenspaziergang zur Kirchenruine machen wir uns wieder auf den Weg. Unterwegs wieder Zwischenstopp beim Bäcker, diesmal gibt’s zur bergauf bergab Fahrt Anchovi Pizza und ein Cornetto mit fluffiger Schokocreme. Zwischendurch kommen wir noch in einem Bergdorf an einem kleinen Markt vorbei, auf dem wir erfreulicherweise einen Fischstand entdecken und uns dazu noch mit Pecorino und anderen Leckereien eindecken.
Unterwegs gen Süden
Weiter geht’s durch die Hügellandschaft zu unserem heutigen Tagesziel: die Thermalquellen von Saturnia.
Wir checken auf dem nahegelegenen Womo-Stellplatz ein. Dieser ist recht schief am Hang gelegen, aber dank der frühen Uhrzeit bekommen wir noch ein halbwegs ebenes Plätzchen.
Während Jens und Vanja später gemütlich in der Sonne chillen, gehe ich eine Runde planschen. Der große PKW-Parkplatz am öffentlichen Thermalbecken ist nur halb gefüllt, dennoch tummeln sich wirklich viele Menschen in den oberen Becken. Erinnert mich ein wenig an Pamukkale letztes Jahr. Über eine Treppe auf der Restaurant Terrasse kommt man aber auch nach unten und hier lässt es sich recht gemütlich im warmen Wasser rumdümpeln 🐠😎
Cascate del Mulino in Saturnia
Planschen in den Thermalquellen von Saturnia
Freitag, 26.09.2025
Mit den kuscheligen Thermalbecken endet unsere Reise nach Süden und wir fahren wieder gen Norden. Erst schüttet es wie angekündigt, dann haben wir einen angenehmen Sonne-Wolken-Mix ☀️⛅️
Als Nächstes wollen wir noch ein bisschen italienisches Touri-Flair am Strand genießen. Am Ende des fast zwanzig Kilometer langen Strandabschnitts nördlich von Viareggio checken wir auf einem Campingplatz nahe des Hundestrands ein. Auch wenn Vanja nicht mehr schwimmen gehen kann, so gefällt es ihr weiterhin Sand unter den Pfoten zu haben. Die Saison scheint Ende September hier doch schon vorbei zu sein und die Liegen und Sonnenschirme sind schon abgebaut. Wir nutzen die eh nicht, aber es sah immer witzig nach Urlaub aus 😎
Camping Partaccia 1 in Marina Di Massa 🏕️
Samstag, 27.09.2025
Heut früh geht’s erst einmal darum, wie wir weiterfahren, entweder grob wie auf dem Hinweg über den Gardasee und Österreich, schräg über Turin in die französischen Alpen oder einfach die Küste entlang nach Frankreich und die Rhone entlang wieder gen Norden. Wir entscheiden uns spontan für letzteres, denn die Wettervorhersage ist für die Region am besten.
Wir stärken uns für die Fahrt mit einem leckeren Drei-Gänge Menü zum Frühstück 😋
Und so geht’s einmal um Genua über die schicke neue Autobahnbrücke herum und dann wieder am Meer entlang. Bevor wir ins Nachbarland wechseln, wollen wir noch eine Nacht in Italien übernachten.
Bei unserem ausgewählten Camping Baciccia in Ceriale sah es bei Google Maps von oben so aus, als ob hier ganz viele Gewächshäuser stehen. Und in der Tat nächtigen wir direkt neben einem und ringsherum stehen noch diverse weitere Gewächshäuser, teils mit Pflanzen, teils eher als Lost Place. Mal ein interessanter anderer Charme 🙃
Dazu lernen wir noch die salame al cioccolato kennen, sehr lecker und keine Ahnung wie das bisher als italienischer Nachtisch an uns vorbeigehen konnte. Direkt am Strand führt die Bahnlinie entlang, glücklicherweise gibt es aber kleine Unterführungen, um auch ans Wasser zu kommen. Einige Angler haben ihre Leinen ausgeworfen und sitzen geduldig am Strand und warten.
Camping Baciccia in Ceriale 🏕️
Über Nacht zwischen Gewächshäusern
Mit ♥ für euch geschrieben